WüSTING - Die Landjugend Oberhausen war fleißig: Ein von den Mitgliedern gestalteter, riesiger Nikolaus aus Stroh-Ballen bewachte am Sonntag den Eingang zum Weihnachtsmarkt in Wüsting. Initiiert vom Bürgerverein Wüsting, dem Schützenverein Wüsting, der Landjugend Oberhausen und der Grundschule Wüsting lockten Dutzende Stände die Besucher aus ihren Häusern, und der Geruch von Schmalzkuchen lag in der Luft. Weihnachten steht vor der Tür – und das war den Wüstingern anzusehen. Gut gelaunt schlenderten sie über das kleine Gelände, Kinder fuhren mit dem Karussell oder ritten auf Ponys, die Erwachsenen tranken Glühwein.

Auf großes Interesse stießen die Hobbykunst-Ausstellung im Saal des Wüstenlander Hofes sowie die vom Bürgerverein aufgebaute Bilderdokumentation zum Thema „Veränderungen in Wüsting“.

Bei den jüngsten Besuchern stand natürlich das Karussell, für das der Bürgerverein zwei Stunden lang Freifahrten anbot, hoch im Kurs: Die fünfjährige Maja durfte gleich zweimal fahren. „Und ich hatte gar keine Angst“, erklärte sie stolz. Die bereitete ihr dann aber jemand anderes. Der Nikolaus sei ein „alter, nicht ganz so gern gesehener Bekannter“, berichtete Majas Mutter, „sie hatte schon immer Angst vor ihm“.

Ganz in einen roten Mantel gehüllt, das Gesicht fast vollständig verdeckt durch den langen weißen Bart, machte der ortsansässige Nikolaus mit seiner Kutsche am Nachmittag beim Wüstinger Weihnachtsmarkt Halt. Tapfer harrte er bei eisigen Temperaturen in seinem dünnen Mantel aus, bis auch das letzte Kind mit einer Portion Weihnachtsschokolade versorgt war. Während er fleißig dabei war, Süßigkeiten an Kinder zu verteilen, traute sich Maja schließlich doch und bekam eine kleine Tüte geschenkt. Auch wenn sie sich danach sofort wieder hinter ihrer Mutter versteckte, fand diese: „Das ist doch schon mal ein Anfang!“

Für die meisten Besucher waren wohl das Karussell, die Darbietungen der Grundschule Wüsting oder der Genuss von Glühwein und Punsch die Höhepunkte des Tages, für die kleine Maja und ihre Mutter war es aber das Aufeinandertreffen mit dem Nikolaus, das ihren ersten Advent zu etwas Besonderem gemacht hat.