Hannover - Neue Vorwürfe gegen Christian Wulff: Als niedersächsischer Ministerpräsident soll er persönlich um Geld bei Siemens geworben haben. Es sei um die Finanzierung eines Films seines Freundes David Groenewold gegangen, berichtet der „Spiegel“. Weder Wulffs Anwalt Gernot Lehr noch Groenewolds Anwalt Christian-Oliver Moser äußerten sich.
Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigte, dass „in die Richtung“ ermittelt werde. Eine Unterstützung im Zusammenhang mit der Finanzierung des Films werde geprüft. Einzelheiten wollte ein Sprecher nicht nennen. Laut „Spiegel“ soll Wulff im Dezember 2008 in einem Brief an Siemens-Chef Peter Löscher darum gebeten haben, „dass die Siemens AG sich stärker als bisher in das Projekt einbringt“. Dabei soll es um den Film „John Rabe“ gegangen sein. Er handelt von einem Siemens-Manager, der im Zweiten Weltkrieg in China Tausenden das Leben rettete. Löscher lehnte die Bitte ab.
Wulffs Engagement soll auf einen Wunsch Groenewolds von September 2008 zurückgehen. Kurz zuvor hatten Wulff und seine Frau Bettina an einer Feier auf dem Oktoberfest teilgenommen, die Groenewold bezahlt hatte.
