Bösel - Ihre erste Trauung hat Xenia Nording bereits hinter sich. „Ich war zwar etwas nervös vorher, aber alles lief sehr gut“, berichtet die 22-Jährige, die seit dem 1. November neue Standesbeamtin im Böseler Rathaus ist. Sie hat – wie berichtet – die Nachfolge von Martin Brinkmann angetreten, der in den Ruhestand gewechselt war. Die erste Trauung werde sie „in sehr guter Erinnerung behalten“ – nicht zuletzt, weil zugleich ihre Eltern den 29. Hochzeitstag gefeiert haben.
Wovor hat eine Standesbeamtin denn die meiste Angst? „Davor, dass ein Partner Nein sagen könnte“, antwortet Xenia Nording prompt. Selbst, wenn das nur als Spaß gemeint sei, würde sie die Trauung abbrechen. „Eine Trauung ist eine Amtshandlung, die mit einem gewissen Ernst verbunden ist“, sagt sie.
Für ihre Traurede sei es sinnvoll, sich im Vorfeld mit dem Ehepaar zu unterhalten. Trauungen waren in ihrer zweiwöchigen Fortbildung in der Akademie für Personenstandswesen in der Nähe von Fulda nur ein Randaspekt. Vieles macht sie daher aus dem Bauch heraus, ganz spontan in der Trauung selbst. Aspekte wie Alter oder ob die Eheleute zum zweiten Mal heiraten, fließen in ihre Ansprache schon ein, berichtet sie. Dabei hält sie sich eher kurz, denn: „Wer weiß schon noch in einigen Jahren, was die Standesbeamtin gesagt hat. Die Eheleute sind doch eher mit anderen Dingen beschäftigt.“
Gute Ratschläge gibt sie nur ungern, aber gemeinsame Hobbys etwa nimmt die junge Frau gerne auf, um daraus Parallelen für das künftige gemeinsame Leben zu ziehen. Ihre eigenen Hobbys haben in den vergangenen Jahren allerdings arg gelitten, gibt sie zu. Denn in den vergangenen drei Jahren hat Xenia Nording in der Abendschule ihr Abitur nachgeholt – fünf Abende in der Woche bis um 23 Uhr. „Das war schon hart.“
2008 hatte Xenia Nording nach einem Praktikum im Böseler Rathaus ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten begonnen, arbeitete anschließend in der Allgemeinen Verwaltung. Die frei werdende Stelle im Standesamt kam für Xenia Nording, die in Bösel aufgewachsen ist, wie gerufen. „Trauungen sind doch etwas ganz Schönes – wahrscheinlich ein Frauending“, sagt die 22-Jährige mit einem Lächeln. Dabei ist das Standesamt nur ein kleiner Bereich ihrer Tätigkeiten: Zudem übernimmt sie Aufgaben des Gewerbeamts, des Fund- und des Ordnungsamts und ist auch in Versicherungsfragen Ansprechpartnerin. „Das ist schon sehr vielschichtig.“
„Bösel ist toll“, sagt Xenia Nording über ihren Heimatort – „nicht zu groß und nicht zu klein“. Man kenne sich. Sie fühlt sich wohl. Sollte sie selbst einmal im Böseler Standesamt ihrem Partner das Ja-Wort geben, müsste Kollegin Petra Sydow die Trauung übernehmen. Sicher weiß sie aber schon jetzt: „Schnapszahldaten muss ich nicht unbedingt haben.“
