Cloppenburg - Die Schuldnerberatungen in der Region haben immer mehr zu tun – so auch die Mitarbeiter der Cloppenburger Einrichtung des Diakonischen Werks Oldenburger Münsterland. Wurden 2012 noch 457 Beratungen vorgenommen, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 526 Familien beziehungsweise Alleinstehende, die in der Schuldnerberatung Hilfe suchten.
Die Gründe für die Erhöhung der Beratungsfälle sieht die Diakonie zum einen in der Kontaktaufnahme für eine Pfändungsschutzkonto-Bescheinigung, zum anderen hatte sich 2013 der Bedarf an Beratungen zu Insolvenzverfahren, Zwangsvollstreckungsschutz und allgemeinen Notlagen bei Außenständen von Miete, Strom oder Gas erhöht. In 175 Fällen war Arbeitslosigkeit Grund für die Verschuldung, aber auch Scheidung und Trennung, gescheiterte Selbstständigkeiten und falsches Konsumverhalten.
Zwei Beraterinnen
„Der Beratungsalltag macht deutlich, dass auch in kurzen Zeiten von Arbeitslosigkeit in der Regel Schulden zurückbleiben, die in guten Zeiten selten vollständig getilgt werden können“, so Marlies Kleefeld und Sabine Brüning, die beide je 30 Stunden in der Woche für die Schuldner da sind.
Besonders auffällig: Die Zahl der Schuldner im Alter von 60 Jahren und mehr hat zugenommen. Waren in 2012 noch 49 registriert, kamen im vergangenen Jahr bereits 69 Senioren. „Neben einem Leben an der Armutsgrenze und Zahlungsunfähigkeit waren Einsamkeit sowie das Bedürfnis nach Unterstützung in lebenspraktischen Dingen Thema in der Beratungsarbeit“, erläuterten Kleefeld und Brüning. „Eine ergänzende Hilfe durch Ehrenamtliche oder andere Dienste war vielfach notwendig“, betonten die Beraterinnen.
Insgesamt wurden über die Schuldnerberatung der Diakonie 101 Insolvenzanträge (2012: 95) beim Gericht eingereicht. In 19 Fällen gelang eine außergerichtliche Einigung.
Prävention
Neben der allgemeinen Beratungsarbeit waren die Mitarbeiterinnen auch präventiv tätig. An Schulen, im Bildungswerk und bei Jugendgruppen wurden Angebote zur finanziellen Allgemeinbildung durchgeführt. Ziel war es, den Jugendlichen aufzuzeigen, wie Einnahmen und Ausgaben kalkuliert werden und welche Kosten ein selbstständiges Leben als junger Erwachsener mit sich bringt. Um dies zu veranschaulichen, kam oft eine sogenannte Schulden-Waage zum Einsatz.
