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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kinderkonzert: Zauberhafte Klänge zu märchenhaften Geschichten

25.04.2016

Oldenburg Franzosen halten zusammen. Würde sie ein Deutscher fragen: „Kennt ihr Dornröschen, das Märchen der Brüder Grimm?“, dann könnten sie leicht etwas entgegnen, das auf Deutsch etwa lauten dürfte: „Kalter Kaffee. Das kannten wir schon 150 Jahre vor Les Grimms!“ Oder das Märchen vom kleinen Däumling von Ludwig Bechstein? Die Antwort fiele ebenso deutlich aus: „Ebenfalls olle Kamellen!“

Recht haben die Franzosen. Das dritte Kinderkonzert im Staatstheater belegt es. Ihr Landsmann Charles Perrault hat von „La Belle au bois dormant“, der Schönen im schlafenden Wald, oder vom „Petit Poucet“ schon im 17. Jahrhundert erzählt. Und weil Franzosen zusammenhalten, hat einer ihrer bekanntesten Komponisten diese Sammlung von Monsieur Perrault unter dem Titel „Ma mère l’oye“ in wunderbare Musik gekleidet. Wer von den vielen Eltern und noch mehr Kindern diese „Erzählungen von Mutter Gans“ von Maurice Ravel im Kleinen Haus hört, wird unentrinnbar verzaubert.

Thomas Honickel hat ein Programm ersonnen, das nicht nur an die Kinder ab fünf Jahren hohe Ansprüche stellt. Die elegischen, zerbrechlichen, aufrauschenden, schillernden, raffiniert chinesischen und auch parodistischen Klänge ziehen alle Altersklassen in ihren Bann. Aber sie verlangen ihnen auch enorme Aufmerksamkeit ab.

Dafür hat der Dirigent und Moderator diesmal fast vollkommen auf illustrierendes Beiwerk verzichtet. Der Plan geht auf. Tatsächlich sorgt das reine Spiel des Staatsorchesters durchgängig für Hochspannung im Raum. Vier Erzählerinnen vom Klanghelden-Jugendchor (Kim Friedrich, Alicia Niedringhaus, Sa­brina Schultz, Melody Wank) erläutern aus dem Hintergrund den Märchenstoff.

Im ersten Teil ist es bei George Bizets „Jeux d’enfants“ etwas handfester und direkter zugegangen. Honickel gelingt bei dieser musikalischen Spielzeug-Charakterisierung vom Ball über Puppen und Trommeln sogar das Kunststück, einen Holzkreisel auf hohe Drehzahlen zu treiben. So wie er den Kreisel, so sicher trifft das Orchester fein die Charaktere von Spielsachen und Kinderspiel.

Wenn nach einer knappen Stunde Ravels betörender Zauber des „Jardin féerique“, des Feengartens, sich zu einem aufrauschenden Hymnus aufschwingt, ist das eine Gänsehaut-Musik. C’est trop beau – das ist zu schön.

Folglich ist auch vor einer Zugabe niemand zum Gehen zu bewegen.

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