New York - Die deutsche Miniserie „Unsere Mütter, unsere Väter“ ist jetzt auch in den USA ausgezeichnet worden. Der ZDF-Dreiteiler, der unter anderem schon die Goldene Kamera und den Deutschen Fernsehpreis bekam, gewann am Montagabend (Ortszeit) in New York einen International Emmy. Die Serie über die Schicksale junger Leute im Zweiten Weltkrieg setzte sich damit gegen Produktionen aus Brasilien, Japan und Großbritannien durch. Kein Glück hatte hingegen die deutsche Dokumentation „Wagnerwahn“.

„Es ist der glücklichste Moment in meinem Berufsleben als Produzent“, erklärte Nico Hofmann, Geschäftsführer der in Potsdam ansässigen Firma Ufa Fiction, am Dienstag. „Eine lange Reise für einen kontrovers diskutierten Film geht zu Ende, und ich bin dankbar für die zahlreichen offenen Diskussionen, die mich bereichert haben.“

„Ein toller Erfolg für das ZDF“, sagte Intendant Thomas Bellut. Der Dreiteiler habe das Bild vom deutschen Fernsehen weltweit verändert. Die Hauptdarsteller Volker Bruch, Tom Schilling, Katharina Schüttler, Ludwig Trepte und Miriam Stein, Drehbuchautor Stefan Kolditz, die Produzenten Benjamin Benedict und Sebastian Werninger sowie die ZDF-Redakteure Heike Hempel und Thorsten Ritsch waren bei der Gala im Hilton Hotel.

In den USA war der Dreiteiler Anfang 2014 als „Generation War“ im Kino zu sehen, lief allerdings nur in sieben Filmtheatern und spielte knapp 92 000 Dollar ein – für US-Verhältnisse kaum erwähnenswert. Auch die Meinung der Kritiker könnte höchstens als gemischt bezeichnet werden. Das Magazin „The New Yorker“ schrieb, die Produktion sei „vielleicht hölzern, aber nie langweilig“. Die „New York Times“ überschrieb ihren Artikel mit „Geschichtsstunde, retuschiert“. Der Film stelle zum Teil wieder die Auffassung her, „dass die einfachen Deutschen von den Nazis verführt wurden und keine Ahnung von ihren Verbrechen hatten“.