Kirchkimmen - Man nehme ein riesiges Gartenareal, sechs Bands, zehn Stunden und 200 Besucher und das „Garden of Voices“-Festival ist perfekt. So sieht zumindest die Bilanz von Nicolas Nitsche und Henry Kunst aus. Denn das erste öffentliche „Garden of Voices“ Open-Air Konzert in Horst und Hilde Stünkels „Gartenparadies“ war ein voller Erfolg.

Die Zusammenarbeit der Stünkels mit den jungen Konzertveranstaltern hat sich ausgezahlt: Knapp zehn Stunden lang musizierten sechs Bands im einzigartigen Gartenparadies. Musikalische Größen aus der ganzen Umgebung kamen in die Klostergemeinde, um zwischen blühenden Sträuchern, grünen Büschen und großen Bäumen zu spielen. Der Oldenburger Daniel Bremer alias Letterbox Salvation machte um 15.30 Uhr den Anfang und bot dem Publikum eine Show, die mit beeindruckenden Gitarrenmelodien und leidenschaftlichem Gesang begeisterte. Das nutzten „North and About“ direkt aus und ließen mit ihren „whisky-flavoured“-Songs keine Füße mehr stillstehen.

Die vierköpfige Band „Casting Louis“ knüpfte daran an: Begleitet vom stetigen Mitwippen auch der unmusikalischsten Besucher und dem Mittanzen der eingefleischten Musikfans boten sie dem Publikum eine bunte Mischung aus schnellen Hits und Rockballaden, die vor allem durch die ausgefeilten Spitzen und Tiefen in der Stimme von Sänger Patrick Heym zu etwas ganz Besonderes wurden.

Tim Vantol müsste Hude bald als seine zweite Heimat erkennen, spielte er am Sonnabend doch sein mittlerweile viertes Konzert in dem Klosterort. Gewohnt souverän überzeugte der Holländer, der im Februar in der Schweiz ein Konzert mit den Dropkick Murphys und Frank Turner spielte, auf ganzer Linie.

Und auch die Lee Jay Cops kamen mit ihrer lässig-gut gelaunten Musik bestens beim Huder Publikum an. Die Oldenburger Band, die auf dem jährlichen Kultursommer-Festival bereits seit Jahren regelmäßig auf der Bühne steht, hatte auch vor den knapp 200 Gästen sichtlich ihren Spaß.

„Ganz großes Kino“ boten „The Eternal Spirit“. Kai Kampf, Ben Wagner und Ben Safier lieben nicht nur die Musik, sie leben sie. Und wenn sie auf der Bühne stehen, kommt es so vor, als wüssten sie selbst gar nicht, wie gut sie sind. Doch auf dem „Garden of Voices“ begeisterten „The Eternal Spirit“ so sehr mit intelligenten Melodien, ansprechenden Texten und originellen Gesangseinlagen, dass man sich sicher sein kann, dass die drei Musiker, die in diesem Sommer übrigens schon ein Konzert in Frankreich gespielt haben, bald große Hallen mit ihrer Musik füllen. Die gefühlt jüngste Band auf der Bühne beeindruckte mit ihrem ausgefeilten Set, eine Mischung aus eigenen und Cover-Songs. In „einen unserer ersten Songs“ bauten sie sogar ein kleines Medley ein, das zum Beispiel Parts aus Madonnas ‘Like a virgin’ enthielt. „Bitte kauft T-Shirts, liked uns, was auch immer“, riefen die „Spirits“ bescheiden nach ihrem schweißtreibenden Auftritt. Und nicht nur sie, auch die anderen Bands dürften auf dem „Garden of Voices“-Festival einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Organisator Nicolas Nitsche war total begeistert: „Ein Riesen-Dankeschön geht an unsere Sponsoren und Helfer, ohne die wir das nicht geschafft hätten – und natürlich an alle Bands.“