Schwei - „Selig sind, die Frieden stiften“: Dieser Vers aus dem Evangelium des Apostels Matthäus prangt zusammen mit einer Friedenstaube auf der neuen Bronzeglocke der St.-Secundus-Kirche in Schwei. Sie wurde am Sonnabend in einer feierlichen Prozession von der Dorfbevölkerung zu ihrem vorläufigen Standort im Kirchenschiff begleitet.
Den Transport übernahm die Zimmerei Duhm, bei der die Glocke auch bei ihrer Ankunft von der Gießerei Rincker im hessischen Sinn untergebracht wurde. Von dort aus startete die Prozession. Der Umzug führte zur Lindenstraße und schließlich auf das Kirchengelände.
Schwesterglocke läutet
Schon bei der Einfahrt durch das gemauerte Portal musste der Gabelstaplerfahrer viel Bedacht walten lassen, da die 2180 Kilogramm schwere Glocke mit einem Durchmesser von 1,35 Metern nicht so einfach zu manövrieren war. Während der ganzen Zeit läutete die vorhandene Schwesterglocke, bis die Neuanschaffung in der Kirche angekommen war.
Auch das Passieren des Kircheneingangs, in dem zuvor die Türen ausgehängt worden waren, gestaltete sich als knifflig. Es war eine zentimetergenaue Maßarbeit, die Glocke schließlich durch die Tür zu bugsieren. Dort wurde sie von zwei Hubwagen in Empfang genommen, die auch von jeweils drei Männern bedient werden mussten. Bis zu ihrer endgültigen Hängung im Kirchturm hat die Glocke ihren Platz neben dem Eingang.
„Ich bin sehr glücklich, dass die Glocke hier heute steht“, freute sich Dr. Cord Diekmann, Vorsitzender Kirchbauvereins, über das bisher Erreichte. Er übergab offiziell die Glocke in den Besitz der Kirche. Pastor Bernd Eichert bedankte sich und bat um den Segen für den riskanten Einbau der Glocke in den Turm. „Es ist ein einmaliges historisches Ereignis, von dem Sie noch Ihren Enkelkindern erzählen werden“, sagte Bernd Eichert gerührt und fügte an: „Es wird euch in den Ohren klingen.“
Wann die Aufhängung im Turm geschehen wird, hängt von dem weiteren Spendenaufkommen der Bürger ab. Nicht nur das Abringen wird Geld kosten, auch das Joch aus Eichenholz muss noch angeschafft werden. Zudem ist eine neue Läutmaschine erforderlich. Auch die kleine Schwesterglocke soll statt des bisherigen Eisenjoches ein Eichenjoch erhalten. Cord Diekmann hofft, dass dies noch in diesem Sommer stattfinden kann.
Erst im vergangenen März bei der Jahreshauptversammlung des Kirchbauvereins war als Langzeitziel die Wiederbeschaffung der größeren Glocke beschlossen worden.
Schneller als erwartet
Dass es dann letztlich viel schneller als erwartet ging, liegt unter anderem an der großzügigen Spende der Waltraud-und-Werner-Hofmann-Stiftung. Auch die Bürgerstiftung Wesermarsch, der Kirchbauverein, der Rüstringer Heimatbund sowie weitere Großspender und viele private Gönner trugen zu dem Gelingen des Projektes bei.
