ZETEL - In Zetel hatte er sich lange engagiert. Nun hieß es Abschied nehmen.

Von dagmar de levie

ZETEL - „Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, Gast zu sein in einem Hause, das man mit Leidenschaft geplant und gebaut hatte, um dessen geistige und geistliche Ausrichtung man Jahrzehnte bemüht gewesen ist“, sagte Pastor Reinhold Carels jetzt bei seiner Verabschiedung als Vorsitzender des Diakonischen Werkes im Zeteler St. Martins-Heim. 1967 war Carels in das Amt des Pfarrers der evangelischen Kirchengemeinde Zetel eingeführt worden. Auf seine Initiative hin wurden Altenwohnungen und das Heim am „Runden Moor“ gebaut. Nach rund drei Jahrzehnten des Engagements kam nun der Abschied.

Als Vertreter des Diakonischen Werkes würdigte Dr. Hans-Martin Peter das Wirken das Pastors. „Im Einsammeln von Spenden waren Sie Meister, Ihre Fähigkeiten, Geld locker zu machen, waren berühmt und sehr erfolgreich“, sagte er. Auf Initiative Carels‘ sei es den Zetelern seit 1976 möglich, ihren Lebensabend im Ortskern und in der Nähe zu ihren Angehörigen zu verbringen. Für seinen Einsatz und seine Arbeit hatte der Pastor 1996 das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten und 2005 das Kronenkreuz der Diakonie.

Laut Dr. Peter war das Engagement des rührigen Pfarrers mit dem Bau des Altenheimes nicht beendet. So sorgte er unter anderem dafür, dass 2001/02 eine Station für Demente mit Wohnküche entstand. „Sie haben den Zetelern – und nicht nur denen – einen vorbildlichen Kindergarten und ein wunderbares, bedürfnisgerechtes Altenheim hinterlassen, und wir werden uns als Diakonisches Werk bemühen, Ihre Arbeit gebührend fortzusetzen“, betonte Dr. Peter.

Das Wirken von Reinhold Carels habe in der Gemeinde Zetel nachhaltig Spuren hinterlassen, bestätigte auch Bürgermeister Heiner Lauxtermann in seiner Ansprache. Das Engagement des Pfarrers habe in besonderem Maße auch im öffentlichen Interesse der Gemeinde gelegen. „Das St. Martins-Heim war und ist für sie nie nur eine Kopfangelegenheit, sondern auch eine Herzensangelegenheit“, beschrieb Lauxtermann den besonderen Einsatz des Pastors. Mit der Gemeinde habe Carels immer vorbildlich zusammengearbeitet. Für das Diakonische Werk Oldenburg dankte Joachim von der Osten Reinhold Carels „aufrichtig“.

Der so Geehrte gedachte in seiner Ansprache in „dankbarer Erinnerung“ seiner vielen Mitstreiter. Er selbst habe „in, mit und für Zetel gelebt – in fast dreieinhalb Jahrzehnten. Carels, der sich bei allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern herzlich für ihr Tun bedankte, „empfand große Freude darüber, dass der Kindergarten des Diakonischen Werkes als evangelischer Kindergarten neben den kommunalen Kindergärten von der Gemeinde gewünscht und gewollt ist“.

Über ein Abschiedsgeschenk freute sich Reinhold Carels übrigens ganz besonders. Es waren zwei Steine aus einer Serie, die für den Kaminbau im St. Martins-Heim verwandt worden waren. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde am Klavier von Mathias Müller.