• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musikgeschichte: Materialschlacht mit feinem Händchen

21.11.2020

Zetel Gibt es den Urknall des „Progressive Rock“? Einer Musikrichtung, die – entstanden in den Endsechzigern – mit ihrer ungewöhnlichen Spielweise und bisweilen revolutionären Aufnahmetechnik den Rock’n’Roll nachhaltig veränderte. Experten sind sich einig, dass die Initialzündung von den Beatles und den Rolling Stones ausging: „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ und „Their Satanic Majesties Request“ sprengten stilistisch die Grenzen der reinen Lehre des Pop und Rock.

Mehr Klassik als Blues

Mit extravaganten Arrangements und psychedelischen Sounds lieferten beide Alben die Blaupause dessen, was seither im Rock als „progressiv“ gilt. Als wahre Meisterwerke gelten die Werke von Emerson, Lake & Palmer, einem britischen Trio, dessen Stücke insbesondere auf den überragenden Fähigkeiten ihres Keyboarders und Organisten Keith Emerson basierten.

Mit der 1970 gegründeten Band – schnell etablierte sich „ELP“ als Kurzname – fand Emerson ein ideales Medium, um seine klassische Klavierausbildung und sein Faible für harte Rockmusik zu neuen Ausdrucksformen zu verschmelzen. „Es war wohl Schicksal, denn in der gleichen Nacht, in der ich mich entschieden hatte, meine Band King Crimson zu verlassen, traf ich Keith“, erzählte ELP- Gitarrist, Bassist und Sänger Greg Lake. „Im Dezember 1969 spielten King Crimson im ,Fillmore West‘ in San Francisco gemeinsam mit The Nice, zu denen Emerson gehörte. Wir trafen uns nachts in der Hotelbar, Keith fragte: ,Was sind eure Pläne?‘ Ich sagte: ,King Crimson lösen sich gerade auf.‘“ Dieses Gespräch gilt als Grundsteinlegung von Emerson, Lake & Palmer.

Von Bach bis Lucky Man

Als in Carl Palmer der geeignete Schlagzeuger gefunden war, startete die Band ihre lange, erfolgreiche Karriere, die – mit Unterbrechungen – erst 2010 endete. Ironie der Geschichte: Emerson und Lake­ starben binnen weniger Monate im Jahr 2016.

Am 20. November 1970 erschien das Debütalbum „Emerson, Lake & Palmer“, auf dem zwei Akustikballaden von Greg Lake die Grundlagen der Hits „Lucky Man“ und „Take A Pebble“ bildeten, während die weiteren Songs unter anderem verrockte Adaptionen klassischer Werke von Johann Sebastian Bach, Béla Bartók und Leoš Janáček waren.

„Emerson, Lake & Palmer waren eine Art natürliche Fortsetzung der Philosophie von King Crimson. Es passierte, ohne dass ein besonderes Konzept dahinter steckte. Viele andere Musiker kamen vom Blues, Rock’n’Roll oder Rhythm’n’Blues“, erläuterte Greg Lake. „Keith und ich dagegen hatten ein Faible für klassische Musik und wollten dies auf einem möglichst hohen Level machen. Weder damals noch später gab es Bands, die dermaßen intensiv spielten wie wir in jener Zeit.“

Hendrix interessiert?

Um ein Haar wäre sogar Jimi Hendrix Mitglied bei ELP geworden. Die englische Presse hatte sich bereits einen Namen für die Supergroup ausgedacht: HELP. Lake gestand später, dass die Geschichte ein wenig aufgebauscht wurde: „Bevor wir Carl Palmer verpflichteten, hatten wir Kontakt zu Mitch Mitchell, dem Drummer von Hendrix. Er schlug vor, auch mit Hendrix über die neue Band zu sprechen, denn Jimi war selbst auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Doch noch bevor wir uns mit ihm treffen und konkret über einen solchen Plan nachdenken konnten, ist er gestorben.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.