Hude/Kirchkimmen - Täglich begegnet man im Alltag Klinkern und Ziegeln in allen möglichen Farben und Formen. Für Steffen Hennicke ist die Herstellung dieser viel verwendeten Bausteine zur Berufung geworden. An seiner Begeisterung ließ der Werksleiter alle Interessierten teilhaben, als er zum Tag der offenen Tür nach Kirchkimmen ins Wienerberger Ziegelei- und Klinkerwerk einlud. Mit rund 300 Besuchern hatte Steffen Hennicke gerechnet. Tatsächlich waren es dann doppelt so viele, freute er sich kurz vor dem Ende der spannenden Veranstaltung.
„Wir haben davon in der NWZ gelesen. Statt die Sendung mit der Maus zu schauen, wollten wir mal selber gucken. Es hat sich wirklich gelohnt“, waren sich die Eltern von Ida und Alma einig.
Zu sehen, wie Steine gemacht werden, gefiel den beiden kleinen Mädchen aus Harpstedt sogar noch besser, als der Fußball, den jede beim Torwandschießen gewann, wie sie hinterher bei einer kleinen Stärkung im Festzelt erklärten.
Handabdruck im Ziegel
Auch Nico aus Bookholzberg, der wie rund 200 andere Besucher die Gelegenheit nutzte, einen Abdruck seiner Hand machen zu lassen, fand den Blick hinter die sonst verschlossenen Türen am Interessantesten. Besonders beeindruckt habe ihn der Radlader in der Halle, sagte er, während Mitarbeiter Bastian Töbermann ihm dabei assistierte, seine Hand in den vorbereiteten Rohling zu drücken. Mit Hilfe der eingeritzten Vornamen und einer Nummer können die Steine auch nach dem Brennen den Besitzern zugeordnet werden.
Welche Schritte dieser Rohling durchlaufen muss, bevor er ein fertiger Stein ist, hatten Nico und seine Familie zuvor hautnah miterlebt, als sie mit dem Kremser zu einer gut besuchten Besichtigungstour Richtung Werkshalle starteten. Gruppenweise wurden die Besucher dort von den Produktionsleitern und ihren Stellvertretern für einen Rundgang entlang aller Produktionsabläufe in Empfang genommen.
40 Stunden im Ofen
Vom Rohstofflager, entlang der Zerkleinerungs- und Mischanlagen, vorbei an dem zu Endlossträngen gepressten Ton, den Schneidemaschinen und den Trocknern ging es dabei bis zum Ofen.
„40 Stunden dauert die Fahrt durch die 110 Meter lange Ofenstrecke, und die Temperatur kann dabei – je nach Sorte – bis zu 1300 Grad betragen. Wir haben so etwa den Gasverbrauch von 3000 Häusern“, erklärte Steffen Hennicke. Die wichtigste Station sei aber die Qualitätskontrolle, betonte er. „Schließlich wollen wir die Kunden und nicht die Steine wiedersehen.“ Den direkten Kontakt zu den vielen Besuchern an diesem Tag genoss er in vollen Zügen.
