Tossens - Wie verarbeiten die heutigen Komponisten der Avantgarde ihre Ideen und Gedanken mit den Ereignissen in ihren Werken? Welche stilistischen Mittel stehen ihnen zur Verfügung, um dabei eine angemessene Tonsprache zu finden? Antworten auf diese Fragen standen im Fokus eines besonderen Konzerts, das am Wochenende in der Aula der Zinzendorfschule in Tossens stattfand.

Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse der Zinzendorfschule hatten sich in vier aufeinanderfolgenden Arbeitsphasen gemeinsam mit dem Komponisten Eckart Beinke sowie mit Mitgliedern seines Oldenburger Oh-Ton-Ensembles mit verschiedenen Instrumenten vertraut gemacht und eigene Kompositionsversuche umgesetzt. Die Ergebnisse waren nun in der Aula zu hören.

Bei dem Konzert wurden neben Werken etablierter Komponisten der Kunstmusikszene auch die noch namenlosen Stücke der sechs beteiligten Schülergruppen uraufgeführt. Zu hören waren dabei Delphine Roche auf verschiedenen Querflöten, Steffen Ahrens auf der klassischen und der E-Gitarre, Michael Pattmann an Marimbaphon und Percussion sowie Alice Vaz auf der Viola.

Als Einstieg in die Klangwelt der sogenannten Neuen Musik diente die für Solo-Querflöte meditativ-improvisatorisch wirkende berühmte „Syrinx“, mit der Claude Debussy (1862-1918) im Jahr 1913 durch tonale Innovationen neue Wege in der klassischen Musik beschritt. Ähnlich meditativ und zugleich assoziationsreich leiteten Delphine Roche und Steffen Ahrens in idealem Zusammenspiel mit dem Stück „Toward the sea“ von Toru Takemitsu (1930-1996) über zur Aufführung der Schüler-Werke.

Auf der Basis von grafischer Notation und nach angeregter Auseinandersetzung mit den Profis waren sechs sehr unterschiedliche und interessante Impressionen entstanden. So wirkte zum Beispiel das erste Werk in der Besetzung E-Gitarre, Percussion, Viola und Querflöte wie eine Klangcollage, die unter Wasser gespielt wird. In der zweiten Komposition wurden Solo- und Tuttipassagen gegenübergestellt. Pentatonische Skalen ermöglichten mit der ihr innewohnenden Ruhe vielfältige Möglichkeiten der Assoziations.

Dynamisch aggressiver und kontrastreicher gestaltete eine weitere Schülergruppe ihre Komposition. Auch jedes der folgenden Werke hatte seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Charakter.