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Zisterzienser-Mönchen auf der Spur

Hude - Mächtig ragen die Steinfassaden der Klosterruine in den Himmel. Sie sind die Überreste der alten Heimat der Zisterzienser-Mönche im 13. Jahrhundert. Nun möchten der Kulturverein Hude Impuls und 120 Schüler der Peter-Ustinov-Schule die Stätte wieder mit Leben füllen – dafür studieren sie vier Wochen lang eine besondere Tanz-Choreographie ein, die sie Ende Juli im Rahmen des Klostersommers dort aufführen werden. Unterstützt werden sie von den Berliner Choreographen Volker Eisenach und Anja Meser, der Oldenburgischen Landschaft, der EWE-Stifung, der Volksbank Ganderkesee-Hude und der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems.

Seelenwanderung

„Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr wieder ein Schultanzprojekt präsentieren können“, sagt Carola Thurow, Vorsitzende des Kulturvereins Impuls. „Für die Schüler hat so ein Projekt eine Langzeitwirkung, das Miteinander ist sehr wichtig“, erklärt sie.

Die Choreographie ist an das Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert angelehnt, das von Leben, Tod und wandelnden Seelen handelt. Die Schüler sollen durch die Choreographie auch etwas über die Geschichte ihres Heimatortes erfahren. „Wir wollen die Seelen der verstorbenen Mönche anhand von Tänzen entlang der Gräber darstellen“, sagt Eisenach. Das Gelände sei eine „ideale Bühne“, alles sei „naturbelassen und ohne einen Vorhang“ , erklärt er.

Vor einem Jahr hatte der freischaffende Berliner Choreograph und Autor Interesse an der Zusammenarbeit mit den Schülern signalisiert – für ihn ist es die Rückkehr an eine bekannte Wirkungsstätte, denn die Idee der neuen Tanz-Choreographie ist aus einer Inszenierung vor sechs Jahren entstanden, an deren Vorbereitung er maßgeblich mit beteiligt war – nämlich „Trip to dance“ – angelehnt an der vielfach prämierten Dokumentation „Rhythm is it!“ des Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, Sir Simon Rattle, und des Choreographen und Tanzpädagogen Royston Maldoom. Etwa 135 Schüler der Peter-Ustinov-Schule hatten sie damals aufgeführt. „In ,Der Tod und das Mädchen‘ wollen wir neue Ideen einfließen lassen“, erklärt Thurow. So sei ein generationenübergreifender Auftritt geplant. Neben den rund 120 Schülern haben sich auch zwei ältere Damen gemeldet, um in der Choreographie mitzuwirken – ein „Symbol für mehr Miteinander in der Gesellschaft“, sagt Thurow und lobt die „hervorragende Mitarbeit“ der Schule, ohne deren Hilfe das Projekt nicht möglich gewesen wäre. „Lehrer, Schulleiter und Eltern haben uns unterstützt. Der Schulplan wurde so gelegt, dass die Klausuren-Phasen sich nicht mit den Probeterminen schneiden“, sagt Thurow.

Schulleiter Nico Rettcher gibt das Lob zurück: „Wir liefern nur die Schüler, der Rest kommt von anderen“, sagt er. Anfangs sei es „schwierig gewesen“, den Eltern den Sinn des Projektes zu erklären. Sein Argument: „Wenn ich ehemalige Schüler treffe, die beim Projekt mitgemacht haben, ist das meistens das Erste, über das sie mit mir sprechen. Das gibt ihnen unglaublich viel“, sagt Rettcher.

Musik und Film

Die Aufführungen sind am Freitag und Sonnabend, 25. und 26. Juli, je ab 20.30 Uhr. Treffpunkt ist vor der Klosterruine. Vor der Choreographie wird die Schülerband der Förderschule Hude auftreten. Anschließend soll eine Dokumentation über die vierwöchige Probezeit der Schüler gezeigt werden. Karten gibt es ab Montag, 7. Juli, bei Optiker Wessels, Auf der Nordheide, und im Sekretariat der Peter-Ustinov-Schule. Erwachsene zahlen zehn Euro, Kinder, Schüler und Jugendliche bis 18 Jahre fünf Euro.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft
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