Was für so manche Eltern eine vermeidbare Last darstellt, ist für Rike Hollmann Notwendigkeit. Vor vier Monaten wurde die 34-Jährige zur Vorsitzenden des Fördervereins der Grundschule Lange Straße gewählt. Sie fände es einfach wichtig, sich für die Belange ihrer Kinder einzusetzen, so die Mutter einer Tochter und zweier Söhne (neun, sieben und eineinhalb Jahre) überzeugt.

In der Elternarbeit engagierte sich Hollmann schon vorher – im Kindergarten und im Schulelternrat. Dass sie durch das Amt der Vorsitzenden nun vom „Indianer“ zum „Häuptling“ befördert wurde, sei ihr anfangs eher schwer gefallen, gibt die Vereinsvorsitzende zu. Aber dank der engen Zusammenarbeit mit ihrer Stellvertreterin Elke Mehner, mit der sie alle Entscheidungen gemeinsam treffe, habe sie ihren Schritt nicht bereut.

Die Frage, ob ihr die Vereinsarbeit nie zu viel werde, stellt sich für Rike Hollmann nicht. Sie sei von Haus aus „ehrenamtlich geprägt“, versucht ihr Ehemann, selbst in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, eine Erklärung. Während sich ihr Vater in der Hospizbewegung engagiere, habe ihre Mutter in Schule und Kirche mitgearbeitet. Die Leitung ihrer Kindergruppen in der evangelischen Kirchengemeinde gab Hollmann vor einiger Zeit vorerst ab. Sie möchte jedoch wieder einsteigen, sobald ihr jüngster Sohn im Kindergartenalter ist.

Die Kinder haben bei Rike Hollmann und ihrem Mann absolute Priorität. In ihren Beruf als Kinderkrankenschwester zurückzukehren, kann sich die dreifache Mutter derzeit nicht vorstellen. „Der Schichtdienst ist mit der Familie kaum vereinbar“, findet sie.

Eine Auszeit von Familie und Ehrenamt nimmt sich Hollmann an zwei Tagen in der Woche für ihr „Flexi-Bar-Training“ beim TSV Ganderkesee. Die Wochenenden verbringt die Familie in der Sommersaison gerne auf einem Campingplatz in der Nähe von Oldenburg. Früher habe sie es sich nicht vorstellen können, im Wohnwagen zu übernachten, erzählt Rike Hollmann. Aber mit Kindern sei diese Form des Kurzurlaubs einfach ideal.kas

Rike Hollmann

Vereinsvorsitzende