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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Zu Lande, zu Wasser und im schwarz-weißen Weltraum

15.08.2015

Berlin Als Käpt“n Blaubär erzählt Wolfgang Völz haarsträubendes Seemannsgarn in der „Sendung mit der Maus“. Er ist Mitglied der „Raumpatrouille Orion“ und Sir John in den Edgar-Wallace-Parodien „Der Wixxer“ und „Neues vom Wixxer“. Für mehr als 600 Fernseh- und rund 150 Kinofilme stand der Berliner Schauspieler vor der Kamera - oder lieh seine markante Stimme Stars wie Walter Matthau, Peter Ustinov und Mel Brooks.

Am Sonntag (16. August) feiert der Mann mit dem Schnauzbart und dem breiten Lächeln seinen 85. Geburtstag. „Es geht mir glänzend“, sagt Völz. Seinen Geburtstag verbringt er zusammen mit seiner Familie in Berlin - auch Völz“ Sohn Benjamin und seine Tochter Rebecca sind Schauspieler und Synchronsprecher.

Den etwas älteren Fernsehzuschauern ist Wolfgang Völz als schlitzohriger Butler Johann aus der kultigen Vorabend-Serie „Graf Yoster gibt sich die Ehre“ bekannt, die in den 60er und 70er Jahren lief. Die Jüngeren kennen ihn als Sir John aus den abgedrehten Edgar-Wallace-Persiflagen mit Bastian Pastewka und Oliver Kalkofe.

Vor allem aber wirkte Völz auch immer wieder in Kinderfilmen mit. In Michael „Bully“ Herbigs „Hui Buh“ war er der versponnene Adelige Servatius Sebaldus. Neben dem herrlich schrulligen Käpt“n Blaubär war er auch die Stimme des melancholischen See-Elefanten in den „Urmel“-Animationsfilmen und vom weisen Walross Sopho in „Der kleine Eisbär“. Beim Synchronsprechen für die Erwachsenen-Filme mochte Völz den im Jahr 2000 gestorbenen US-Schauspieler Walter Matthau am liebsten.

Völz wurde am 16. August 1930 in Danzig geboren - um 07.00 Uhr früh, wie er einmal erzählte. Lange Jahre fuhr die Völz-Familie an den „Fünfer-Geburtstagen“ dorthin, wo der Schauspieler damals das Licht der Welt erblickte. Im selben Haus war wenige Jahre zuvor auch der Komiker Eddi Arent zur Welt gekommen.

Schon als Kind spielte Völz gern Theater. Der Legende nach hat dann ein Regisseur, dem Völz als gelernter Bäcker Brötchen ins Hotel lieferte, sein Interesse für das Schauspielern wieder geweckt. In Hannover nahm Völz Schauspielunterricht. Als Page in Schillers „Don Carlos“ gab er 1950 am Landestheater Hannover sein Bühnendebüt. Es folgten Engagements an Theatern in ganz Deutschland.

1954 schloss sich der für sein komisches Talent berühmte Völz dem Kabarettensemble „Stachelschweine“ in Berlin an. In den 60er Jahren begann seine Fernsehkarriere mit Gastauftritten in zwei Folgen von Jürgen Rolands Krimiserie „Stahlnetz“. Mit Heinz Rühmann war er in „Charleys Tante“ zu sehen, mit Martin Held spielte er in „Banktresor 713“.

In dem deutschen Science-Fiction-Klassiker „Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ trat Völz dann als Leutnant Mario de Monti an der Seite von Dietmar Schönherr auf - und schrieb so Fernsehgeschichte mit. Bereits 1990 wurde Völz mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

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