Brake - Braunes Elend anstelle von bunter Blütenpracht: Wer seine Gartenpflanzen mit Brunnenwasser gießt, könnte in Brake ein trauriges Erwachen erleben. Das Brunnenwasser ist viel zu salzhaltig und setzt den Pflanzen zu. Die Blätter werden braun, das Wachstum bleibt aus, die Pflanzen könnten sogar absterben.

Welche Werte

Dies hat jetzt der VSR-Gewässerschutz bei verschiedenen Wasserproben aus Brunnen in der Region entdeckt.

Weniger als 100 Milligramm Chlorid sollte ein Liter Süßwasser enthalten. Darauf seien die heimischen Pflanzen eingestellt. In Brake wurden allerdings 500 Milligramm Chlorid pro Liter festgestellt, in Kirchhammelwarden waren es sogar 580 Milligramm und in Rodenkirchen 470. Ab einem Wert von 400 sei das Wasser nur noch zum Bewässern von salztoleranten Pflanzen geeignet, berichtet Harald Gülzow.

Die Umweltschützer

Gülzow ist Sprecher des Vereins VSR-Gewässerschutz. VSR steht übrigens für Verein zum Schutz des Rheins. Der Verein beschäftigt sich aber nicht nur mit dem Rhein, sondern nimmt auch aus anderen Gewässern Proben und untersucht diese. Bei Chlorid-Werten oberhalb von 200 Milligramm pro Liter könne es bereits zu starken Schädigungen an vielen Kulturen kommen. Das zu salzige Wasser schädige die Wurzeln und den Wassertransport in der Pflanze, so Gülzow. Die Blätter der Pflanzen würden sich vom Rand her braun verfärben, und die Pflanzen würden nicht mehr vernünftig wachsen.

Brunnenwassernutzer, die Schäden an ihren Pflanzen beobachten, sollten ihr Wasser untersuchen lassen.

Ursachenforschung

Die Gewässerschützer wollen nun in der Region weitere Tests vornehmen, um möglichst der Ursache für die hohen Salzkonzentrationen auf die Spur zu kommen.

Bürger, die sich an den Untersuchungen beteiligen möchten, können sich an den VSR-Gewässerschutz wenden. Der Verein berät Brunnenbesitzer immer am Freitagvormittag unter der Rufnummer t  02831/9763342. Zahlreiche Informationen finden sich auch unter

Anja Biewald
Anja Biewald Redaktion Oldenburg