Ganderkesee - Wenn’s um Gartenarbeit geht, so grinste Olaf Sievers verschmitzt, „find’ ich immer Gründe, mich zu drücken“. Am Mittwoch fand er keine. Der Spaten stand auf dem Ganderkeseer Festplatz schon bereit für Ihre Hoheiten Prinz Olaf I. und Prinzessin Anke II. (Hinderlich): Im feinen Zwirn hatten die beiden am letzten Tag ihrer Regentschaft eine Linde einzubuddeln. Auch bei Schmuddelwetter. So will es die Tradition des Ganderkeseer Faschings.
„Der Himmel weint“, kommentierte Ehrendame Malin Famulla den Nieselregen beim Buddeln. Weil doch eine so schöne Session zu Ende gehe, hätten sich die Ehrendamen beim Weinen fast angeschlossen – wenn nicht Prinzenpaar-Begleiterin Carmen Laqua eingeschritten wäre: „Jetzt noch nicht, Mädels, später. Denkt an das Make-up.“
Mit der Linde von Olaf I. und Anke II. sei auf dem Festplatz die letzte noch verfügbare Stelle entlang der Bahnlinie bepflanzt worden, sagte Festwirt Ulf Thiemann. „Das war’s.“ Weil es am früheren Pflanzort – auf der Köhlerwiese entlang der Bergedorfer Straße – Beschwerden über das Laub der Prinzenallee gebe, müsse sich die GGV wohl für die nächste Session einen neuen Streifen zum Pflanzen suchen. Thiemanns Tipp: „Der Ganderkeseer Weg.“ Den dortigen Alpakas sei das Laub egal.
Der Pflanzaktion auf dem Festplatz war die offizielle Eröffnung der Session um 11.11 Uhr im Oldenburger Hof vorangegangen. „Genießt die letzten Stunden Eurer Regentschaft, es war eine tolle Zeit“, sagte GGV-Präsident Uwe Meyer in Richtung der scheidenden Würdenträger. Anschließend brachten Olaf I. und Anke II. ein Bild in der Ahnengalerie des Faschings an – auch eine Tradition.
„Vorsichtshalber“ hatten sich die Ehrendamen für diesen Tag ein paar mehr Taschentücher eingepackt, verrieten Annika Harms und Merle Hüneke. Schon beim letzten Büttenabend am 7. Februar seien „ein paar Tränchen geflossen“. Auf jeden Fall wollen alle Ehrendamen dem Fasching erhalten bleiben. Drei von ihnen tanzend: Malin Famulla, Sarah Ehmke und Merle Hüneke wirbeln künftig in der Grünen Garde über die Bühne.
Nach den Erwachsenen pflanzte auch das scheidende Kinderprinzenpaar Nils III. (Pleus) und Maja I. (Saalfeld) eine Linde – und zwar an der Adelheider Straße. Dem trüben Novemberwetter setzten die beiden in ihren blauen Kostümen farbliche Akzente entgegen. Etwas traurig über das Ende ihrer Regentschaft sei sie schon, aber „es war eine tolle Zeit!“, so Prinzessin Maja. Alexander Meyer, Leiter des Kinderfaschings, dankte den beiden für ihr Engagement. „Fasching ist unser Leben“ war das Motto des Kinderprinzenpaares, und das wird es sicher auch bleiben. Maja tanzt weiter in der Roten Garde, Nils wird bei den Bobbies dabei sein.
