Cuxhaven - Angefangen hat alles direkt hinter dem Deich – mit 500 Besuchern ganz nah an der Nordsee. Inzwischen ist das Deichbrand-Festival landeinwärts gewandert. Direkt an der Küste war einfach kein Platz für Zehntausende Rockfans.
Am Sonntag ging die zehnte Auflage des Deichbrands zu Ende. Vier Tage lang feierten 40 000 Besucher und fast 70 Bands und Künstler am Seeflughafen Cuxhaven/Nordholz. „Ich kenne kein Festival in Deutschland, das so krass gewachsen ist“, sagte Johannes Strate auf der „Firestage“, wo er mit seiner Band Revolverheld am Sonntagnachmittag spielte. Strate spricht aus Erfahrung: Im Jahr 2006 war Revolverheld das Zugpferd des Deichbrands, zu dem damals rund 4000 Besucher gekommen waren.
Pralle Sonne
Die sengende Sonne sorgte auch bei den Rettungskräften der Johanniter für reichlich Arbeit – reihenweise kippten Besucher um, Sicherheitsleute zogen vor allem viele junge Frauen aus dem Gedränge vor den Bühnen. „Bis zum Sonntagnachmittag hatten wir weit über 3000 Einsätze“, sagte Johanniter-Einsatzleiter Thorsten Ernst.
Kein Wunder: Viele Fans warteten stundenlang in der prallen Sonne auf ihre Lieblingsbands. Bereits am Freitag gaben die Veranstalter immer wieder die Devise aus: viel trinken, aber bitte wenig Alkohol.
Zwei Hauptbühnen
Am Sonntag hatte das Wetter Erbarmen mit den durchgeschwitzten Festivalbesuchern: Wolken zogen auf und es kühlte etwas ab.
Unter den fast 70 Bands und Künstlern beim diesjährigen Deichbrand waren zahlreiche renommierte Bands, aber auch viele Newcomer. Am späten Freitagabend spielte die schottische Rockgruppe Biffy Clyro, am Sonnabend standen mit Rapper Marteria, Sänger Jan Delay und DJ Paul Kalkbrenner gleich drei nationale Topstars hintereinander auf den beiden Hauptbühnen.
Den Sonntag beendete mit den Elektro-Größen von The Prodigy eine Band mit internationalem Format. Zuvor spielte bereits der britische Sänger Frank Turner und die schwedische Rock-Combo The Hives. Während am Sonntagnachmittag die erste Abreisewelle rollte, hatten die Veranstalter schon das kommende Jahr im Hinterkopf. Dann soll das Festival vom 16. bis zum 19. Juli stattfinden – egal bei welchem Wetter.
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