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Kultur Zum Jubiläum heitere Lesung eines „Gärtners“

Eilert Freese

Rastede - Mit einer humorvollen Lesung im Palaisgarten beteiligte sich der Kunst- und Kulturkreis Rastede am Sonntag am Jubiläum des Schlossgartens Oldenburg, der in diesem Jahr 200 Jahre besteht und auf Herzog Peter Friedrich Ludwig zurückgeht.

Vollblutschauspieler Ulf Goerges beließ es aber nicht bei der Lesung aus dem Buch „Das Jahr des Gärtners“ von Karel Capek. Sein „Outfit“ mit grünem Kittel und Marienblümchen im Knopfloch ließ den „Gärtner aus Leidenschaft“ erkennen. Auch gärtnerische Utensilien fehlten nicht auf dem kleinen Tisch. Rosenschere und Gartenhandschuhe lagen ebenfalls bereit.

Kraftvoll in der Stimme und gestenreich in seiner Körpersprache trug Goerges den Text vor, was auch schon mal dazu führte, dass das Glas Wasser auf dem Tisch umkippte. Aber deshalb lag ja ein blauweiß-kariertes Tuch griffbereit.

„Ein Gärtner ist ein Kulturgeschöpf“, zitierte Goerges den bekannten tschechischen Schriftsteller, „denn wäre er ein Naturgeschöpf, hätte er kurze Arme und Beine wie ein Käfer, damit er leichter das Erdreich bearbeiten kann. Und er hätte Flügel, um sich die Frucht des Ackers besser von oben anschauen zu können.“ Sichtbar sei vom Gärtner in der Regel nur sein „Hinterteil“, erzählte er weiter.

Schlauch mit Eigenleben

So mancher der rund 30 Gäste konnte sich sehr gut mit den gärtnerischen Erlebnissen identifizieren, die der bekannte tschechische Schriftsteller Karel Capek (1890-1938) in seinem humorvollen Werk niedergeschrieben hatte. Es war die Rede vom Gartenschlauch, der beim Wässern so gerne sein Eigenleben führt. Der sich manchmal wie eine Schlange windet und auch mal die frisch gewaschenen Gardinen durchs offene Fenster „bespritzt“, wenn man ihn nicht voll unter Kontrolle hält.

Und wer kennt nicht dieses Problem: Je vorsichtiger man sich zwischen den Pflanzen bewegt, desto größer ist die Gefahr, dass das eine oder andere gerade blühende oder sprießende Pflänzchen zertreten wird. Oder dieses: Im Januar ist der Garten zu trocken, das mögen die Rhododendren nicht, oder zu feucht für die Rosen. Oder die Sonne scheint zu sehr, dann sprießt alles viel zu schnell.

Jeder Monat des Jahres wurde mit seinen Problemen und Vorzügen beschrieben. Als im Buch die Forderung im August kommt: „Es müsste mal wieder regnen“, setzte, wie abgesprochen, ein leichter Schauer ein. Die Gäste waren weitgehend durch das Laub der Bäume geschützt, nur der Schauspieler saß tapfer an seinem Tisch und „spielte seine Rolle“.

Garten ist nie fertig

Der Februar sei ein sehr gefahrvoller Monat. Es sei auch besser, der Mai würde im Schaltjahr einen Tag länger dauern, denn er ist an sich viel schöner. Wäre Adam ein Gärtner gewesen, so hätte er keinen Apfel vom Baum der Erkenntnis gepflückt, sondern lieber eine Schubkarre voll Humuserde aus dem Paradies mitgenommen. Und das Fazit? Der Garten ist nie fertig.

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