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Auslandsaufenthalt Zum Spielen braucht man keine Sprache

Jantje Ziegeler

Oldenburg - Möglichst fremd sollte das Land sein. Das war das einzige Kriterium, nach dem Tanja Lange im Februar das Land auswählte, in das sie für einen Auslandsaufenthalt reisen wollte. „Dann war’s halt Albanien“, erzählt die 26-jährige Oldenburgerin lachend.

Bereits während ihres Bachelor-Studiums der Ökotrophologie an der Universität Osnabrück hatte sie ein achtwöchiges Praktikum in Mexiko absolviert. „Da hab’ ich gedacht: ,Wow, andere Kulturen kennenzulernen ist super‘“, erzählt die gebürtige Benthullerin. Als sie den Bachelor im Oktober 2012 in der Tasche hatte, schon eine Weile in Oldenburg im Casablanca gejobbt hatte, da packte sie wieder das Fernweh, die Lust auf eine neue Kultur. Im Internet wurde sie auf „Jugend in Aktion“ von der Europäischen Kommission aufmerksam. Sie bewarb sich für ein Projekt in Albanien, das für sechs Deutsche und sechs Italiener ausgeschrieben war.

Nervosität steigt

Dann ging alles ganz schnell. Mitte/Ende März führte Tanja Lange per Internet zwei englischsprachige Video-Telefonate, am 1. Mai hob dann auch schon der Flieger nach Tirana, der Hauptstadt Albaniens, ab. Je näher der Abflugtermin rückte, umso nervöser wurde die 26-Jährige dann doch.

Schließlich sollte sie bei dem Projekt mit behinderten Kindern arbeiten – das hatte sie noch nie gemacht. Und Albanisch sprach sie auch nicht. „Aber wenn’s ums Spielen geht, braucht man keine Sprache“, hat die Oldenburgerin vor Ort schnell festgestellt. An die Ankunft in Tirana kann sie sich noch gut erinnern: „Es war 1 Uhr nachts. Und wir hatten kein Trinkwasser dabei und wussten nicht, ob man das Leitungswasser trinken kann.“

Während ihres zweimonatigen Aufenthalts organisierte Tanja Lange unter anderem gemeinsam mit den anderen Freiwilligen zum Beispiel die Summer School. Eine Woche lang fuhren sie mit behinderten Schülern jeden Tag woandershin. „Die Zeit war super“, sagt Tanja Lange, obwohl „Ticker“ spielen bei 35 Grad eine ziemliche Herausforderung war.

Eine weitere Aufgabe der zwölf Freiwilligen bestand darin, einen Fragebogen für die Albaner zu erstellen zur politischen Situation des Landes und dem Eintritt in die EU: Fühlst du dich als Europäer? Welche Hindernisse siehst du in Bezug auf die Aufnahme in die EU? „Es war faszinierend“, sagt Tanja Lange, „die Menschen dort sind herzlich, gastfreundlich und politisch sehr wissend. Fast jeder spricht Italienisch und viele ein sehr gutes Englisch. Sie haben sich lange mit uns unterhalten. Insbesondere viele junge Leute hatten realistische Einstellungen, dass es womöglich noch zehn Jahre oder länger daure, bis Albanien aufgenommen wird. Sie wissen, dass etwas gemacht werden muss.“

Viele der jungen Leute träumten davon, nach Deutschland, Italien oder in die USA zu gehen – „aber sie sagen: ,Ich weiß nicht wie das möglich sein soll‘“.

Ausflug in den Kosovo

Mit den vier anderen deutschen jungen Frauen war Tanja Lange in einer Wohnung untergebracht, die anderen sieben Freiwilligen im Hostel, wenige Minuten entfernt. „Ich habe so gute Freunde kennengelernt“, schwärmt die Oldenburgerin. Mit ihnen hat sie oft Ausflüge unternommen. An einem Wochenende ging es zum Beispiel in den Kosovo. „Das war wunderschön“, erzählt die 26-Jährige, die als nächstes ihren Master machen möchte, „die Leute sind gastfreundlich ohne Ende. Viele sprechen Deutsch, Deutschland wird immer gelobt für seine Autos, seine Effizienz und so weiter“. Gern erinnert sie sich auch an ihre Urlaubswoche, in der sie mit anderen Freiwilligen im gemieteten Auto die albanische Küste entlangfuhr.

Neben der Arbeit sowie der politischen Befragung warben die Freiwilligen an High­schools und der Uni für das Freiwilligenprogramm. „Aber in Albanien ist Freiwilligendienst verschrien“, erzählt Tanja Lange, „während des Kommunismus musste jeder einmal im Monat ,Freiwilligendienst‘ leisten.“

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