Neuscharrel - Der aus Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) stammende Lyriker, Liedermacher und Kinderbuchautor Ulf Borgmann hatte am Montagmorgen in der Grundschule Neuscharrel Lacher und Aufmerksamkeit der rund 50 Kinder aus den Klassen eins bis vier auf seiner Seite.

Borgmann, in der DDR aufgewachsen, berichtete über seine Schulzeit, seinen damaligen Wunsch, einmal „Bananenschiffskapitän“ oder Zugführer werden zu wollen. Das schöne an seinem Beruf als Autor sei aber, dass er in ganz verschiedene Berufe und Figuren hineinschlüpfen könne. Borgmann, der seit 1981 als freischaffender Autor arbeitet, las aus seinen Bücher wie „Das Wolkenlasso“, in dem das Thema Umweltverschmutzung aufbereitet wird. Die Kinder bezog Borgmann immer wieder in seinen Vortrag mit ein, fragte sie etwa, welche Bilder man zum eben Vorgetragenen malen könne.

Sich Namen wie „hellgrün betupfter Schnatterschlips“, „schneeweißes Zimperlieschen“, „durchsichtiges Pupsgespenst“ oder „braune Kakaomilchkuh“ zu merken, bedarf schon einiger Konzentration. Ein Zweitklässler immerhin konnte sich an vier der zahlreichen Namen erinnern und erntete dafür Applaus. Den bekam der Autor und Verleger satt, als er einen seiner zahlreichen selbst ausgedachten Zungenbrecher in Hochgeschwindigkeit vortrug, den von „Klopstocks Klobskoch“.

Ernster ging es in der Geschichte von „Olga mit dem Gummipropeller“ zu, die, als schwarzes Kälbchen zur Welt gekommen, gegen die weißen Kälber einen schweren Stand hat. Dass sich der Autor auch als Lyriker sieht, machte die visuelle Poesie mit den Buchstaben des Wortes Kaugummi deutlich.

Zum Ende der fast eineinhalb Stunden durften die Schüler Borgmann mit allerlei Fragen löchern wie: „Wann hast Du angefangen, Texte zu schreiben?“ (in der fünften Klasse) oder „Magst Du Sport?“. Mit auf den Weg gab er den Schülern: „Wer nie liest, wird nie mit den Augen hören können.“