Ahlhorn/Emstek - Eine Motorsäge hatten sie alle schon einmal in der Hand, die Teilnehmer des ersten Kurses „Kunstschnitzen mit der Motorsäge“ auf dem Gelände der Teichwirtschaft Ahlhorn. Mitarbeiter von Lohnunternehmen sind dabei, Landwirte, Maurer, ein Baumkletterer, ein Landschaftsgärtner und ein Tischler. Das hier, da sind sich alle einig, ist etwas ganz anderes als einen Baum zu fällen oder Brennholz zu sägen. „Man merkt ganz schnell, dass man an seine Grenzen kommt“, sagt Bernfried Kunz. „Man hat ein Bild in seinem Kopf, das dann aber umzusetzen, ist ganz schwer.“

Kursleiter Hubert Krogmann, Forstwirtschaftsmeister bei den Landesforsten und erfahrener Kettensägen-Pädagoge, läuft an diesem Freitagmorgen von Teilnehmer zu Teilnehmer, gibt hier einen Ratschlag, zeichnet da eine Linie ans Holz und greift auch mal selbst zur Säge.

Davon haben die meisten Teilnehmer mehrere in verschiedenen Größenordnungen dabei. Eine große für die ersten groben Schnitte und kleinere für die eher filigranen Arbeiten. Jede Säge musste vorher mit speziellen Führungsschienen und Ketten für das Schnitzen umgerüstet werden. Außerdem ist der normale Motorsägenschein Voraussetzung für die Teilnahme am Schnitzlehrgang.

„Man muss einfach alles wegsägen, was nicht nach Schwein aussieht“, meint einer der Teilnehmer mit Blick auf sein Werk. „Dummerweise kann ich Schwein und Nicht-Schwein nicht unterscheiden“, fährt er mit einem breiten Grinsen fort.

Der Ton ist locker an diesem zweiten Kursvormittag, die Teilnehmer sind bescheiden und die Ergebnisse beeindruckender als sie zugeben wollen.

Bernfried Kunst schnitzt ein erstaunlich lebendig wirkendes Gesicht aus einem Stück Tanne, nebenan entstehen Wildschweine, Adler und Eulen. Auch wenn man sich total versägt hat, gibt es noch eine letzte Rettung. „Dann macht man einen Pilz daraus, das geht immer“, sagt Hubert Krogmann. Mit dem Pilz als einfachste Form hat der Kurs am Donnerstag nach einem kurzen Theorie-Teil auch angefangen. „Die können alle schon was“, sagt Hubert Krogmann über seine ersten Teilnehmer. Und er muss es wissen, schnitzt er doch seit rund zehn Jahren mit der Motorsäge und hat schon in ganz Niedersachsen Baumstämme in Kunstwerke verwandelt.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich selbst als Kettensägenschnitzer zu versuchen, muss sich gedulden. Die nächsten zwei Kurstermine sind bereits ausgebucht und nicht alle interessierten Teilnehmer konnten einen Platz bekommen. Angesichts des Andrangs ist aber davon auszugehen, dass es weitere Kurse geben wird.