Schortens - Die Stadt Schortens will nach dem Tod ihres langjährigen Archivars Martin Noormann im vergangenen Jahr ihr Stadtarchiv neu organisieren und die Betreuung künftig auf mehrere Schultern verteilen: Der Heimatverein Schortens und der Chronikkreis Sillenstede haben sich bereiterklärt, die Sammlung zu übernehmen, auszubauen und die Gegenstände und Dokumente mit einem Computerprogramm, das auch im Schlossmuseum Jever verwendet wird, zu archivieren. Im Schortenser Kulturausschuss stieß die künftige ehrenamtliche Organisationsstruktur des Stadtarchivs auf breite Zustimmung.
Verstreute Sammlungen
Sowohl der Chronikkreis, der sich mit der Geschichte Sillenstedes befasst, als auch der Heimatverein Schortens haben umfangreiche Sammlungen aufgebaut. Hinzu kommen Archivalien aus der Dauerausstellung zu den Olympia-Werken und Sammlungen der ostdeutschen Heimatstuben, die die Geschichte der Schortenser beleuchtet, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Heimatvertriebene nach Schortens kamen.
„Und dann ist noch unheimlich viel an Dokumenten in Privatbesitz“, sagt Peter Homfeldt vom Heimatverein Schortens. Viele Nachkommen warteten darauf, die Dinge für museale Zwecke abgeben zu können. „Es wird Zeit, dass wir zusammenführen, was zusammengehört und was bislang verstreut in der ganzen Stadt herumliegt.“
Noch unklar ist, wo das Schortenser Stadtarchiv künftig räumlich angesiedelt ist. Ein großer Teil ist im Rathaus Heidmühle untergebracht – doch dort reicht der Platz bei weitem nicht aus. Die Sammlung des Chronikkreises Sillenstede ist dort im alten Rathaus eingelagert und soll bis auf weiteres dort bleiben.
Einheitliche Archive
Aber auch dort reicht der Platz längst nicht mehr. „Die Zeiten, in denen die Leute zu Haushaltsauflösungen einen Container bestellten und alles entsorgten, sind vorbei“, sagt Doris Wolken. Auch der Heimatverein hat eigene Räume für seine Archivalien.
Michael Kunz vom Heimatverein erklärte, dass die räumliche Frage noch geklärt werde. Wichtig sei, dass zunächst eine einheitliche Archivstruktur aufgebaut wird. Die Stadt hat angeboten, Schulungen für das Führen des Stadtarchivs zu finanzieren und beiden Vereinen monatlich eine Aufwandsentschädigung von 350 Euro zu zahlen.
