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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Drama: Zuschauer dürfen Richter spielen

02.07.2016

Oldenburg /Berlin Das ist kein Stück, sondern ein Ereignis. Schon als Buch las sich das erste Schauspiel von Bestsellerautor Ferdinand von Schirach (52) wie ein spannender Krimi. Folgerichtig war das Große Haus des Oldenburgischen Staatstheaters im Februar bei der Premiere von „Terror“ bis hin zu den Stehplätzen prall gefüllt.

Nun kommt zum Buch und Theaterstück am 17. Oktober die Verfilmung des Dramas mit Burghart Klaußner als Richter, Florian David Fitz als Angeklagter Lars Koch, Martina Gedeck als Staatsanwältin und Lars Eidinger als Verteidiger um 20.15 Uhr ins erste Fernsehprogramm.

Oliver Berben produziert

Damit nicht genug: Im Anschluss an die Schlussplädoyers des Staatsanwältin und des Verteidigers ist dann nicht das Gericht, sondern der Zuschauer aufgefordert, in einer multimedialen Abstimmung zu urteilen.

Volker Herres, Programmdirektor der ARD, ließ verlauten: „Der Zuschauer entscheidet! Das ist das ganz Besondere an diesem Abend. Der Zuschauer entscheidet nicht nur über den Ausgang eines Fernsehfilms, sondern über das Schicksal eines Menschen: schuldig oder nicht schuldig.“

Herres weiter: „Der Film spricht den Zuschauer an, macht ihn zur letzten richterlichen Instanz und nimmt ihn in die Verantwortung. Wir wollen damit die Idee von Fernsehen als gesellschaftliches Diskursmedium weiter voranbringen.“

Das Besondere daran: „Terror“ wird am 17. Oktober zeitgleich in Österreich und auch in der Schweiz ausgestrahlt. Die Abstimmungsergebnisse der Länder können direkt miteinander verglichen werden. Frank Plasberg wird dann in seiner anschließenden Sendung „hart aber fair“ das Urteil mit seinen Experten erörtern.

Produzent von „Terror“ ist Oliver Berben, Koproduzentin ist Christine Strobl (ARD Degeto). Regie führt Lars Kraume. Für die Kamera ist Jens Harant verantwortlich. Das Drehbuch entstand in Zusammenarbeit von Ferdinand von Schirach, Lars Kraume und Oliver Berben.

„Terror“ war in der abgelaufenen Saison auch im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters zu sehen. In der nächsten Spielzeit wird es wieder aufgenommen.

Pilot festgenommen

In dem Drama kapert ein Terrorist eine deutsche Passagiermaschine und will sie in ein ausverkauftes Münchner Fußballstadion lenken, um 70 000 Menschen zu töten. Ein Kampfpilot der Bundeswehr, mit seiner Maschine in Wittmund aufgestiegen, schießt den Jet im letzten Moment ab – gegen den Befehl seines Vorgesetzten. Unmittelbar nach der Landung des Eurofighters wird der Pilot festgenommen.

Es kommt zum Prozess. Ist Major Lars Koch schuldig des Mordes an unschuldigen Menschen? Oder ist er der große Retter? Hätte es eine Alternative gegeben? Darf man 164 Menschen gegen 70 000 Menschen aufrechnen? Die Theaterbesucher stimmen in jeder Aufführung über Schuld oder Unschuld ab. Das Stück läuft inzwischen in 38 deutschen Theatern.

In Oldenburg hat Oberspielleiter Peter Hailer das Drama inszeniert. Im Großen Haus spielt Yassin Trabelsi den angeklagten Kampfpiloten. Das Publikum hat eindeutig abgestimmt. In Oldenburg gab es bisher 18 ausverkaufte Aufführungen – und 18 Freisprüche.


Infos:   www.staatstheater.de 
Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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