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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Sinfoniekonzert: Zutaten zu Brahms bereiten das reinste Vergnügen

17.10.2011

OLDENBURG Erst ruft das Alphorn von der Höhe. Fromm antwortet der Bläserchoral. Dann machen sich die Streicher mit rüstiger Zuversicht in C-Dur auf den Weg – er führt zu einem der großen magischen Momente aller Musik. Wenn dieser Zauber in der 1. Sinfonie c-Moll von Johannes Brahms auch noch so beglückend gelingt wie im 2. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters, dann erträgt das Publikum im Großen Haus alles Sonstige drum herum.

Thomas Dorsch hat einige vermeintliche Zumutungen ins Programm gepackt: Zwei Uraufführungen, dazu eine hundert Jahre alte Ausgrabung. Doch der Zauber verbreitet sich ein zweites Mal. Die Zufügungen zu Brahms bereiten Vergnügen und erregen Aufmerksamkeit.

John Stock, der hoch geschätzte komponierende Solobratscher, verabschiedet sich mit „The Deserter from Kent“ zum Jahresende in den Ruhestand. Oliver Schneller, der Berliner vom Jahrgang 1966, schreitet auf seinem Karriereweg vorwärts mit „Dreamspace“ für Ensemble und Orchester. Dazwischen schiebt sich die „Hamlet“-Ouvertüre von Felix Woyrsch von 1913. Die kompakte Tondichtung des Hamburgers verstärkt die Neugier auf seine 2. Sinfonie im Juni 2012.

Stock spielt im Titel nicht nur auf den geschichtlichen „Deserteur aus Kent“ an. Er selbst stammt von der englischen Südküste und hat sich 1975 nach Oldenburg „abgesetzt“. Das zugrunde liegende Volkslied taucht bruchstückhaft stets auf und bildet den Ruhepol inmitten aller tonalen und atonalen Wendungen.

Schneller mischt ins Orchester das Oldenburger Oh-Ton-Ensemble mit Thomas Hell (Klavier), Margit Kern (Akkordeon), Michael Pattmann (Schlagzeug) Graham Waterhouse (Cello), John Eckhardt (Kontrabass) und Steffen Ahrens (E-Gitarre). Ostinati wechseln mit changierenden Streicher- und Bläserflächen. Akkorde zersplittern. Bigband-Sound heizt an. Es ist eine Sprache, die nicht mit dem Kopf entziffert werden muss, sondern die sich dem Gefühl unmittelbar erschließt.

Letztendlich also Brahms. Dorsch lässt die Skrupel des Komponisten um seinen Erstling spüren. Protzen, Theatralik, Klotzigkeit sind nicht die Dinge seiner Interpretation. Gleichwohl zeichnet das Orchester nichts weich, ragen prägende Kanten heraus. Die Tempi entfalten sich breit bis an Spannungsgrenzen heran, aber sie geben Gelassenheit für feine Schattierungen.

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