Neuenburg - Die Jury für die 30. Neuenburger Kunstwoche hat fünf Künstler ausgewählt, die vom 22. bis 28. April zum Thema „Pflasterkunst“ arbeiten werden. Aus den Bewerbungen wurden Georg Janthur aus Wuppertal, Alfred Seibel aus Thyrnau, Janina Kracht aus Dresden, Martina Benz aus Bremen und Robert Post aus Goldenstedt ausgewählt. Veranstalter der Neuenburger Kunstwoche ist der Kunstverein „Bahner“, dessen Mitglieder zusammen mit Zetels Kulturkoordinator Iko Chmielewski die Jury stellte.

„Die Jury hatte bei der hohen Qualität der eingereichten Bewerbungen keine leichte Aufgabe“, berichtet Chmielewski. Neben der Bewertung der einzelnen Bewerbungen habe auch das Spektrum, in der das Thema in Neuenburg dargestellt werden kann, eine entscheidende Rolle gespielt. So deckten die Teilnehmer das breite Feld der Bodengestaltung von der klassischen Pflasterkunst mit geometrischen Formen, über kleinteilige Kieselmosaike und Bodenreliefs bis hin zu Objekten aus Pflastersteinen ab. Die fünf ausgewählten Künstler erhalten für die Zeit vom 22. bis 28. April eine Art Arbeitsstipendium in Neuenburg.

Ein Schwerpunkt bildet die Wiederverwendung der Pflastersteine, die der Kunstverein während der Sanierungsarbeiten der Bundesstraße 437 gesichert hat, als Teil einer künstlerischen Gestaltung der privaten Einfahrten entlang der Ortsdurchfahrt.

Pflasterungen gehören zu den haltbarsten menschlichen Bauwerken. Früheste Belege finden sich schon an steinzeitlichen Kultplätzen. Zu den ersten künstlerischen Meisterleistungen zählen Tempelplätze aller Hochkulturen und natürlich auch die Römerstraßen. Die Ursprünge der Pflastertechnik liegen in Persien, von wo sie über Mesopotamien, Griechenland und dem Römischen Reich zu uns kam. Dass das Straßenpflaster zu weit mehr dienen kann, als nur mit den Füßen getreten zu werden, beweisen die Pflaster Portugals. Die alte Handwerkerkunst geht eben auf diese römischen Wurzeln zurück

In Neuenburg sind der Sonnabend und Sonntag, 27. und 28. April, dem Austausch mit Gästen der Kunstwoche vorbehalten. An diesen Tagen werden die eingeladenen Künstler ihre eingerichteten Atelierwerkstätten der Öffentlichkeit zugänglich machen und ihre Kunstaktionen darbieten sowie für Fragen von Besuchern zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird es noch ein attraktives Mitmachangebot und Rahmenprogramm geben. Die Neuenburger Kunstwoche wird von der Gemeinde Zetel, vom Landkreis Friesland, der Oldenburgischen Landschaft mit Mitteln des Landes Niedersachsen, der Stiftung Kulturkreis Wilhelmshaven-Friesland, der Stiftung der Öffentlichen Versicherungen und der Gertrud-und-Hellmut-Barthel-Stiftung gefördert.