Einswarden/Tossens/Stollhamm - Zwei der noch fünf Gotteshäuser der katholischen Kirchengemeinde St. Willehad Nordenham, zu der auch Butjadingen und Rodenkirchen gehören, werden vorläufig geschlossen: die 1927/28 errichtete Herz-Jesu-Kirche in Einswarden und das im Jahr 1999 vor allem für die Urlauberseelsorge erbaute Kommunikationszentrum Oase im Nordseebad Tossens. Das hat der neue Pfarrer Torsten Jortzick bestätigt.

Gottesdienste finden weiterhin in diesen drei Kirchen statt: St. Willehad in Nordenham (1909 errichtet), Herz-Mariä in Burhave (1955) und St. Josef in Rodenkirchen (1951/52).

Bis Anfang Oktober gehörte auch die 1952/53 erbaute Christ-König-Kirche in Stollhamm zu den Gotteshäusern in der katholischen Willehad-Gemeinde. Sie verzeichnete seit Jahren jedoch nur wenige Gottesdienstbesucher und ist am 3. Oktober profanisiert, also entweiht worden. Sie soll verkauft werden.

„Die Kosten für die Gebäudeunterhaltung und die Pflege der Grünanlagen wachsen uns über den Kopf. Wir benötigen dafür ehrenamtliche Kräfte“, begründet Pfarrer Torsten Jortzick die vorläufige Schließung der Gotteshäuser in Einswarden und Tossens. Er verweist zudem auf hohe zusätzliche Kosten in den Wintermonaten. Darüber sei seit Juli dieses Jahres in den Gemeindegremien diskutiert worden.

„Wie lange die beiden Kirchen geschlossen bleiben, kann zurzeit niemand sagen“, fügt der Pfarrer hinzu. „Darüber werden wir intensiv im Pfarreirat und im neuen Kirchenausschuss beraten, der erst im neuen Jahr zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen wird.“

Bei den noch völlig offenen endgültigen Entscheidungen werde es sowohl um Fragen der Seelsorge als auch um wirtschaftliche Belastungen gehen.

In den Gremien sei bereits auch über notwendige Sanierungen der Burhaver Kirche und der Gemeinderäume im dortigen Rat-Schinke-Haus sowie über Renovierungsarbeiten in der Willehad-Kirche gesprochen worden.

Der Pfarrer verweist zudem auf die getroffene Entscheidung hin, neben der Willehad-Kirche ein neues Pfarrhaus für die ganze Gemeinde zu bauen. Wie berichtet, würden die Kosten für eine Sanierung des alten Hauses voraussichtlich die Kosten für einen Neubau übersteigen.

Für ein Gesamtkonzept für die Zukunft aller Gotteshäuser sei ein Pastoralplan nötig. Dabei werde die letzte Entscheidung über die Oase bei der Kirchenleitung in Vechta liegen, weil sich dieses Kommunikationszentrum ebenso wie die ehemalige Stollhammer Kirche nicht im Eigentum der Kirchengemeinde, sondern im Eigentum des Oldenburgischen Teils des Bistums Münster befindet.

Darüber hinaus müsse in alle Entscheidungen der Kirchensteuerrat des Oldenburgischen Teils des Bistums Münster einbezogen werden.

  Ein Vesper-Gottesdienst zur vorläufigen Schließung der Oase in Tossens findet am Sonntag, 21. Dezember, in Tossens statt. Beginn: 16 Uhr.

  Ein Gottesdienst zur vorläufigen Schließung der Herz-Jesu-Kirche in Einswarden findet am Dienstag, 6. Januar, in Einswarden statt. Beginn: 19 Uhr.