Cleverns/Jever - Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Cleverns-Sandel und Jever werden sich künftig eine Pfarrerin teilen. Am Donnerstag hat der Oberkirchenrat seine Zustimmung erteilt, zuvor hatte es mehrere gemeinsame Sitzungen der beiden Gemeindekirchenräte gegeben.

„Eine Pfarrerin für zwei halbe Stellen in zwei Gemeinden – das ist bisher eher ungewöhnlich“, sagte Kreispfarrer Christian Scheuer auf Nachfrage der NWZ . Grund für dieses Modell ist, dass angesichts des Nachwuchsmangels bei der evangelischen Kirche halbe Stellen schwierig zu besetzen sind.

Bereits seit 2006 steht fest, dass es mit dem Ausscheiden von Pastor Rüdiger Gehrmann aus der Kirchengemeinde Cleverns-Sandel dort keine ganze Pfarrstelle mehr geben wird. In Jever geht Pastor Holger Harrack im Januar in Ruhestand, der eine ganze Pfarrstelle innehat. Auf die wird, so der Plan, Pastor Thorsten Harland nachrücken – damit wird seine bisherige halbe Pfarrstelle frei und soll zusammen mit der halben Clevernser Pfarrstelle eine neue ganze Stelle ergeben.

Wichtig bei diesem Modell: Die Eigenständigkeit der Kirchengemeinde Cleverns-Sandel steht keineswegs in Frage, betont Scheuer. Ganz im Gegenteil wird künftig die jeversche Gemeinde von Cleverns aus mitbetreut, denn die neue Pfarrerin wird ihren Wohn- und Dienstsitz in Cleverns haben. Zurzeit laufen bereits die Vorbereitungen für Sanierung und Umbau des Pfarrhauses in Cleverns. Künftig sollen dort Wohn- und Dienstbereich getrennt sein.

Befürchtungen in Cleverns, dass die Kirchengemeinde Cleverns-Sandel mit dem Ausscheiden von Pastor Gehrmann zum Anhängsel der Stadtgemeinde wird, bestätigen sich damit nicht.

In Jever könnte es mit den Plänen, die Immobilien der Gemeinde auf den Prüfstand zu stellen, ohnehin schwierig werden, einen dritten Pastor unterzubringen: Wie berichtet, steht das Gemeindezentrum Zerbster Straße zur Disposition, damit würde auch ein Pfarrhaus wegfallen.