Nordenham - Die erste Staffel hat das Theater Fatale in Nordenham bereits erfolgreich hinter sich gebracht, die nächste ist gerade gestartet: Das Stück „Und dann gab’s keines mehr“ nach Agatha Christies Kriminalroman „Zehn kleine Negerlein“ ist erneut auf der Bühne im Güterschuppen zu sehen – mit dem neuen Vorhang, der die Spannung noch einmal erhöht und der die sieben einzelnen Bilder der Handlung sauber voneinander trennt.

Etwas Neues steht zusätzlich vom 14. November an auf dem Spielplan, etwas Kleines und daher „Fatalissimo“ genannt: das nur einstündige Theaterstück „Urlaubsbekanntschaften“, ergänzt von einem kurzweiligen, musikalischen Rahmenprogramm. „Eine Art Sketch, den die Mitspieler selbst erarbeiten und auf die Bühne bringen“, wie Birgit Glückselig ankündigt, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Auf das Ergebnis darf man gespannt sein. Aber bisher hat der 130 Mitglieder zählende Theaterverein Fatale noch alles geschafft, was er sich vorgenommen hat, davon das meiste in Eigenarbeit. Wie etwa die Drehbühne, die 2011 installiert wurde.

30 bis 40 Vereinsmitglieder sind aktiv in die Theaterarbeit eingebunden, darunter zehn, die als Schauspieler auf der Bühne stehen. Geprobt wird „nebenbei“. Alle haben einen Brotberuf und müssen sich die Zeit für drei bis vier Proben in der Woche freischaufeln. „Wenn es auf die Premiere zugeht, kommt noch eine Schippe obendrauf“, sagt Birgit Glückselig, „dann wird sogar jeden Tag geprobt.“

112 Zuschauer haben im Güterschuppen Platz, der seit 2007 die feste Spielstätte des Theaters ist. So eine Bühne verpflichtet und verlangt Professionalität: Zwar sei das alles eine Freizeitbeschäftigung, sagt die 41-Jährige, „aber wer nicht richtig mitarbeitet, wird gnadenlos ausgeschimpft“. Dem eigenen Anspruch und dem der Zuschauer im Saal gehorchend, hat sich das Theater Fatale professionelle Regisseure gesucht. Seit fünf Jahren ist es der Oldenburger Ulf Goerges, der unter anderem im Palais Rastede auch als Schauspieler auf der Bühne steht.

20 bis 25 Aufführungen bringt das Theater im Jahr auf die Bühne. „Wir haben uns ständig weiterentwickelt“, resümiert Birgit Glückselig. „Wir waren immer auf Qualität bedacht und haben Selbstdisziplin gelernt.“ Dass zur ersten Probe noch jemand mit dem Textbuch über die Bühne läuft, ist undenkbar. Der Text muss von Anfang an sitzen.

Dass dennoch mal ein Stichwort verpasst wird, ist dennoch kein Problem – und macht aus dieser Freizeitbeschäftigung etwas, von dem man noch lange erzählen kann.