Wildeshausen - Weniger Andrang als beim vergangenen Mal, wo sich rund 80 Gäste eingefunden hatten, aber dennoch zufriedene Gesichter: Zum zweiten Mal hatte die Initiative „Willkommen im Wildeshausen“ am Mittwoch zum „Café Willkommen“ im Wildeshauser Remter eingeladen. Bei Fladenbrot mit Käse und Apfelkuchen nutzten Wildeshauser und Flüchtlinge den ökumenischen Treffpunkt, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Mit dabei war diesmal auch die Leiterin der Wildeshauser Bücherei, Britta Reussing. „Wir haben einen Sonderetat vom Offizialat und von der Caritas bewilligt bekommen, den wir jetzt genau auf den Bedarf ausgerichtet nutzen wollen“, erläuterte Reussing. Vorstellbar sei zum Beispiel, dass sie an zwei Stunden pro Woche die Flüchtlingsarbeit unterstütze oder gezielt Medien und Kopfhörer für die Internetplätze anschaffe, um das Deutschlernen zu erleichtern. Ihr Ziel sei zudem, Wlan in der Bücherei anzubieten. So könnten die Flüchtlinge zum Beispiel mit zurückgelassenen Familienmitgliedern kommunzieren.

Groß war die Freude bei den Initiatorinnen des „Cafés Willkommen“ Kristiane Helter, Silke Grabbe, Uta Barth und Kreszentia Flauger, als Monika Terfehr vom Ökumenforum ihnen ein Geldgeschenk überreichte. Das Ökumeneforum hatte im September beim „Schöpfungstag 2015“ der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen den zweiten Preis gewonnen (die NWZ  berichtete).

„Mit dem Preisgeld von 500 Euro sowie 165 Euro aus der Kollekte wollen wir die Flüchtlingsarbeit in Wildeshausen fördern“, erläuterte Terfehr. Mit der Spende sollen nach Angaben Helters Aktionen für Flüchtlinge, aber auch das „Café Willkommen“ selbst unterstützt werden. Hier fehlt es zum Beispiel noch an Spielzeug für die kleinen Besucher.

Anhaltend groß ist nach Angaben Helters die Spendenbereitschaft der Wildeshauser Bevölkerung. Derzeit sei man damit beschäftigt, eine größere Lagerhalle zu finden. Bis dahin werden Spendenwillige gebeten, auf der Homepage der Initiative (www.willkommen-in-wildeshausen.de) zunächst das Formular „Sachspenden“ auszufüllen. Hier kann man zum Beispiel vermerken, ob man Möbelstücke sofort loswerden möchte oder noch einige Zeit bei sich behalten kann.

Von viel Hilfsbereitschaft seitens der Wildeshauser Gemeinde berichtete auch Lorenz Kosellek von der Katholischen Jungen Gemeinde. Zusammen mit anderen Jugendlichen kümmert er sich um die Kinder im „Café Willkommen“. „Wir spielen oder gehen nach draußen und verständigen uns mit Händen und Füßen“, berichtete er.

Kosellek, der auch in der Notunterkunft am Gymnasium aushilft, kann allen Wildeshausern nur empfehlen, bei der Flüchtlingshilfe mit anzupacken. „Egal ob beim Bettenaufbau, in der Kleiderkammer oder beim Ausflug in die Stadt: Es macht echt Spaß sich einzubringen“, betont er. Interessierte könnten sich einfach bei den Maltesern oder der Feuerwehr melden.

Und Pastorin Beatrix Konukiewitz blickte am Mittwoch bereits auf das nächste „Café Willkommen“ am 2. Dezember. „Dann wollen wir von der Weihnachtstradition erzählen“, so die Geistliche.