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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Zwischen Kitsch und Kängurus

24.12.2008

BERLIN In sein Epos „Australia“ hat Regisseur Baz Luhrmann alles gepackt, was normalerweise auf der Leinwand brav getrennt wird: Hinreißende Romanze zwischen einem zarten englischen Fräulein und einem raubeinigen Einzelgänger, historisches Kriegsdrama, Komödie, Western und atemberaubende Action. Am ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) hat der Streifen Premiere in den deutschen Kinos.

Leinwand-Göttin Nicole Kidman besticht mit ihrer zierlichen Taille und anfangs komisch-affektierten Bewegungen. Ihr Kollege Hugh Jackman („Sexiest Man Alive“) präsentiert breite nackte Schultern, grobe Manieren und später viel Herz. Zu dem Ganzen lässt Luhrmann Pferde- und Rinderherden über die unvergleichliche Landschaft Australiens donnern und setzt mit schmachtender Orchestermusik und ein paar Kängurus erst so richtig einen drauf.

„Diese Art von Kino ist nicht nur ein Essen, sondern ein ganzes Menü: ein bisschen Komödie als leichte Vorspeise, Drama als Hauptgericht, dazu Nachtisch und reichlich Wein, für jeden etwas“, erklärte Regisseur Baz Luhrmann („Moulin Rouge“) in New York sein Konzept. Ein bisschen fühlt sich der Zuschauer allerdings nach über drei Stunden im Kinosessel genauso wie nach der Weihnachtsgans und dem Plätzchenteller: zu viel des Guten.

Die einzig echte Erfrischung und der heimliche Star des Films ist Neuentdeckung Brandon Walters. Der 13-jährige australische Ureinwohner mit den unwiderstehlich dunklen Kulleraugen stand noch nie zuvor vor der Kamera, aber er ist ein Naturtalent. Er spielt den Waisenknaben Nullah, der sich wegen seiner Herkunft als halber Ureinwohner vor den australischen Behörden verstecken muss, mit einer bestechenden Selbstverständlichkeit. Er ist auch der Erzähler der Geschichte.

Kein Wunder, dass Lady Sarah Ashley (Kidman) wegen Nullah beschließt, ihr kühles Dasein in London in den 40er Jahren mit dem heißen australischen Outback zu vertauschen. Eigentlich war sie nur auf die Ranch Faraway Downs gereist, um ihren Mann zur Rede zu stellen, den sie der Untreue verdächtigt. Bei ihrer Ankunft stellt sie jedoch fest, dass er ermordet wurde.

Um die Ranch vor dem Zugriff des Rinder-Barons King Carney (Bryan Brown) zu retten, muss eine Herde von 1500 Rindern durch sengende Hitze auf den Markt nach Darwin getrieben werden. Während des Abenteuers verliebt sie sich in den australischen Cowboy Drover (Jackman). Der Coup gelingt trotz der Intrigen von Neil Fletcher (David Wenham), und das Leben der Patchwork-Familie scheint perfekt. Dann reißen jedoch Drovers Ruhelosigkeit und der Angriff der Japaner auf Australien alle (vorerst) wieder auseinander.

Wenn das alles klingt wie eine Mischung aus „Jenseits von Afrika“, „Doktor Schiwago“ und „Lawrence von Arabien“, dann ist die Ähnlichkeit durchaus gewollt. „Ich wollte einen Film für mein Land drehen. Ich wollte, dass es ein australisches ,Vom Winde verweht’ wird“, sagte Kidman in einem Interview. Sie vertraute ihrem Landsmann und Regisseur Baz Luhrmann so sehr, dass sie bereits zugesagt haben soll, bevor sie überhaupt das Drehbuch gelesen hatte.

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