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LANDKREIS AURICH - – Im Landkreis Aurich hat es einen Verdachtsfall auf Affenpocken gegeben. Eine Probe wurde an das Landesgesundheitsamt geschickt, teilte dessen Sprecher Holger Scharlach auf Anfrage mit. Dort wurde die Probe am vergangenen Mittwochmorgen im Hochsicherheitslabor untersucht, nach vorheriger Information durch das Gesundheitsamt des Landkreises. „Das Laborergebnis lag am Mittag des gleichen Tages vor und war negativ“, teilt Sprecher Scharlach für das Landesgesundheitsamt mit. „Der Verdachtsfall hat sich nicht bestätigt“, betonte er. Auch im weiteren Ost­friesland sind keine Verdachtsfälle bekannt. Im Landkreis Leer ist man beispielsweise durch spezielle Alarmpläne vorbereitet.

Wie wurde nach dem Verdachtsfall reagiert?

Holger Scharlach Die örtlichen Gesundheitsbehörden im Kreis Aurich hatten, unmittelbar, nachdem sie über den Verdacht informiert worden sind, Schutzmaßnahmen für die betroffene Person durch Absonderung sowie enge Kontaktpersonen getroffen, um weitere mögliche Infektionen zu verhindern, wenn sich der Fall bestätigt hätte.

Um was für einen Fall hat es sich im Kreis Aurich gehandelt?

Holger Scharlach Es hat sich nur um einen vagen Verdachtsfall gehandelt, da die Symptomatik mit den Hautveränderungen nicht eindeutig auf eine Erkrankung an Affenpocken schließen ließ. Außerdem hat sich der Verdachtsfall von vielen der jetzt bekannt gewordenen Fälle unterschieden. Der Infektionsverdacht wurde nicht mit einem Reiseaufenthalt in Westafrika in Verbindung gebracht. Das ist ein bekannter und plausibler Infektionsweg.

Was ist das Besondere an aktuellen Fällen?

Holger ScharlachDas Be­sondere an den aktuell aufgetretenen Fällen ist, dass die Betroffenen zuvor nicht – wie sonst in der Vergangenheit – in afrikanische Länder gereist waren, in denen das Virus endemisch ist - in West- und Zentralafrika. Und dass viele Übertragungen offenbar im Rahmen von sexuellen Aktivitäten – aktuell insbesondere bei Männern, die sexuelle Kontakte mit anderen Männern hatten – erfolgt sein könnten.

Welche Gefahren bestehen aktuell für die Bevölkerung in Deutschland?

Holger Scharlach Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland schätzt das Robert-Koch-Institut nach derzeitigen Erkenntnissen als gering ein. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und nur bei engem Kontakt möglich, kann aber durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten, den typischen Hautveränderungen – zum Beispiel Bläscheninhalt oder Schorf - der Affenpocken-Infizierten auftreten.

Gibt es „Fehl-Alarme“ bezüglich ähnlicher Symptome, beispielsweise hervorgerufen durch Raupen oder Nesseln?

Holger Scharlach Diese beschriebenen Fehl-Alarme sind uns bisher nicht bekannt. Derzeit werden am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt keine weiteren Verdachtsfälle untersucht.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich