Aurich - Nach der Ankündigung von massivem Stellenabbau beim Windkraft-Anlagenbauer Enercon wollen Politik und Wirtschaft nach Auswegen aus der Krise suchen. In dieser Woche seien dazu Gespräche mit der Landes- und Bundespolitik geplant. Das sagte ein Enercon-Sprecher am Samstag in Aurich. Enercon hatte am Freitag angekündigt, nach Einbrüchen beim Absatz bis zu 3000 Stellen abzubauen. Weltweit beschäftigt der Enercon-Verbund nach eigenen Angaben etwa 18 000 Mitarbeiter.

„Der Abbau betrifft das eigene Unternehmen und direkte Produktionspartner“, sagte Sprecher Felix Rehwald am Samstag. Aber auch Zulieferer, Handwerksbetriebe und regionale Zeitarbeitsfirmen bekämen die Folgen zu spüren.

Ostfriesland und Magdeburg wären mit jeweils 1500 Arbeitsplätzen betroffen. Allein bei der zentralen Verwaltung in Aurich stünden bis zu 300 Arbeitsplätze auf der Kippe. Der genaue Umfang an den einzelnen Standorten oder die Auswirkungen auf die Lieferketten seien jedoch derzeit nicht abzusehen.

Der Bundesverband Windenergie sprach angesichts des drohenden Stellenabbaus von einem „letzten Weckruf“. Präsident Hermann Albers rief die Regierung auf, „das Wertschöpfungsnetzwerk Wind in Deutschland zu halten“. Auch der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, warnte: „Es droht ein dramatischer Kahlschlag in der Windindustrie.“ Für die Region Ostfriesland sei der Stellenabbau katastrophal.

Enercon-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig hatte den Stellenabbau mit der Energiepolitik der Bundesregierung begründet, die zu einem Einbruch des Markts für Windenergie an Land geführt habe. Enercon wollte bereits im vergangenen Jahr 800 Stellen abbauen und sich stärker international ausrichten.