Aurich - Die Frau wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern.

Es ist unklar, wann die Tat am damaligen Wohnort in Filsum genau geschah. Die Anklage geht davon aus, dass sich das heftige Schütteln zwischen dem 5. und dem 8. November 2017 zugetragen haben muss. Am 9. November rief die Angeklagte einen Notarzt, der das kleine Mädchen sofort ins Klinikum Leer brachte.

Der Leitende Oberarzt der Intensivstation für Frühchen und Neugeborene konnte sich gut an das Mädchen erinnern und erkannte es gleich wieder: Das Kind hatte gleich nach der Geburt zwei Monate auf seiner Station zugebracht. Das Neugeborene musste eine Entzugsbehandlung durchmachen, weil die Mutter aufgrund einer schweren Autoimmun-Erkrankung mit sehr starken, Opiat-haltigen Schmerzmitteln behandelt worden war – durch die Medikamente wurde der Fötus im Mutterleib abhängig.

Als der Säugling nun vom Notarzt gebracht wurde, war er bewusstlos und im komatösen Zustand. Arme und Beine waren gelähmt. Auf Reize zeigte das Kind keine Reaktion.

Das Mädchen hatte Hämatome im Gesicht und am Körper. Eine Untersuchung deutete auf eine Hirnschwellung hin. Für den Mediziner gab es nur eine plausible Erklärung für den Zustand des Kindes: äußere Gewalteinwirkung.