AURICH/WITTMUND - Im Tabellenkeller der Fußball-Kreisliga Aurich/Wittmund werden am kommenden 23. Spieltag wichtige Weichen gestellt. Der SV Wittmund (14.) und der SV Werdum (16.) kämpfen im direkten Duell um drei wichtige Zähler. Diese peilt auch der TuS Leerhafe (17.) an, der im Heimspiel gegen Middels für die nächste Überraschung sorgen will.
SV Wittmund - SV Werdum: Spiele wie jenes am Sonntag um 15 Uhr in Wittmund werden in der Fußballersprache gerne als 'Sechs-Punkte-Spiele' bezeichnet. Beide Vereine sind direkte Konkurrenten im Abstiegskampf und ein Sieg im kommenden Spiel verringert nicht nur die eigenen Sorgen, er erhöht auch die des Gegners. Für beide Mannschaften ist dies somit ein richtungweisendes Aufeinandertreffen, in dem sich die Wittmunder in der etwas besseren Ausgangssituation wähnen. 'Durch den Punktgewinn letzte Woche haben wir den Vorteil, dass wir definitiv wissen, dass uns Werdum mit einem Sieg nicht überholen kann. Das ist wichtig für die Psyche', merkt SVW-Trainer Michael Einnolf an. Ein Vorteil, der angesichts der spielerischen Qualität des Gegners jedoch schnell verpuffen kann. 'Werdum hat sich gerade im Offensivbereich massiv verstärkt und es wird sicher nicht leicht, dieses Spiel zu gewinnen', mutmaßt Einnolf. Erschwerend kommt hinzu, dass auf Seiten der Gastgeber der Einsatz einiger Spieler fraglich ist. Unabhängig von der personellen Situation des Gegners wissen die Gäste um die Schwere der kommenden Partie. Die Planspiele Werdumer am vergangenen Spieltag sind nicht aufgegangen. 'Wir hatten gehofft, mit einem Sieg gegen Dunum den Druck an Wittmund abzugeben. Nun haben wir verloren und Wittmund einen Punkt geholt, sodass wir unter Zugzwang sind', analysiert Betreuer Ewald Wilken.
TuS Esens II - SV Spetzerfehn: Ein Blick auf die Gesamttabelle lässt beim Duell zwischen dem Tabellenzweiten und dem Tabellenzwölften eigentlich eine klare Rollenverteilung vermuten. Nimmt man allerdings nur die Rückrundentabelle als Maßstab, verfliegt dieser Eindruck wieder. 'Das wird das nächste schwere Spiel. Spetzerfehn ist nach uns die zweitbeste Rückrundenmannschaft und sie haben Dunum 4:1 geschlagen. Dies zeigt uns, dass dieser Gegner keinesfalls zu unterschätzen ist', warnt TuS-Trainer Wolfgang Menken. Dessen besonderes Augenmerk gilt am Sonntag um 15 Uhr der gegnerischen Offensivabteilung, die mit Spielertrainer Heinz Schoon und Ligatoptorjäger Sven Saathoff (17 Treffer) bestens aufgestellt ist. Aber auch die Esenser sind sich ihrer Qualität bewusst. 'Ich bin mir sicher, wenn wir hochkonzentriert spielen und alle ihr Leistungsvermögen abrufen, dann werden wir auch wieder punkten', so Menken.
TuS Leerhafe-Hovel I - TuS Middels: Den vergangenen Sonntag hat sich TuS-Trainer Heinz Eilts dick im Kalender angestrichen. Der 2:1-Erfolg beim Spitzenreiter Aurich brachte nicht nur drei wichtige Punkte ein, er war gleichzeitig der Startschuss für die heiße Phase im Abstiegskampf. 'Dieser Sieg war ein großer Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt und notwendig für die Psyche und die Moral. Wir haben vor dem Aurich-Spiel gesagt dass uns jetzt nur noch Endspiele erwarten und der Sieg dort war ein guter Anfang. Dieser Dreier ist am Ende aber nur dann was wert, wenn wir jetzt nachlegen', hält TuS-Trainer Heinz Eilts die Motivation seiner Spieler hoch. Passenderweise gastiert mit dem TuS Middels nun der nächste Absteiger. Dessen Trainer Keno Klattenberg hat den letzten Coup des kommenden Gegners genauestens begutachtet und weiß um die Schwere der nächsten Aufgabe. 'Leerhafe hat jetzt Blut geleckt im Abstiegskampf und uns erwartet ein heißer Tanz', glaubt Klattenberg.
SC Dunum - TuS Strudden I: Der 2:0-Hinspielsieg gegen Dunum gehörte für TuS-Coach Frank Gerdes zu den Höhepunkten einer insgesamt durchwachsenen Hinrunde. 'Damals haben wir taktisch super diszipliniert gespielt. Aus einer eng gestaffelten Defensive haben wir immer kleine Giftpfeile gesetzt. Diese Taktik wollen wir natürlich auch im Rückspiel beibehalten', erläutert Gerdes, der unter der Woche seinen Wechsel zum Heidmühler FC zur neuen Saison bekannt gab. Sein Dunumer Trainerkollege Michael Ulfers hatte unter der Woche eine ganz andere Aufgabe zu meistern. Im Nachholspiel beim TuS Middels sicherten sich die Dunumer nach einem 0:2-Pausenrückstand zumindest einen Punkt. Ein Erfolg für die Moral, aber nicht genug, um den Abstand zu den vorderen Plätzen entscheidend zu verringern.
SV Wallinghausen - BSC Burhafe I: Die Burhafer reisen am Sonntag um 14 Uhr mit einer gehörigem Portion Respekt nach Wallinghausen. Trainer Olaf Berschuck konnte sich in dieser Saison schon zwei Mal ein persönliches Bild von der Qualität des Gegners machen. 'Wallinghausen schaltet sehr schnell von Abwehr auf Angriff um und setzt den Gegner damit stark unter Druck. Unser Hauptaugenmerk muss deshalb darauf liegen, leichtfertige Fehler im Spielaufbau zu vermeiden', gibt Berschuck seinen Spielern einen klaren Auftrag mit auf den Weg. Diesen hatte seine Elf beim Gastspiel bei der Zweitvertretung des SV Großefehn eigentlich schon gut umgesetzt, nur das Ergebnis stimmte letztlich nicht. Statt mit einer 0:3-Pleite im Gepäck soll die kommende Rückreise mit etwas Zählbaren angetreten werden. Verzichten müssen die Gäste auf den verletzten Stefan Siebolds sowie die angeschlagenen Wolfgang Siebenich und Sven Schonlau, die sich weiter auskurieren sollen.
