Aurich - Ein barrierefreier Zugang zum Upstalsboom kommt in Sicht. Vor einem Jahr war die Forderung an die Ostfriesische Landschaft und die Stadt Aurich erhoben worden, ein dort befindliches Geländer abzubauen und ein völlig versacktes Steinpflaster wieder zu begradigen. „Über den Ortsrat Rahe wird die Barrierefreiheit am Upstalsboom nun in die Haushaltsberatungen der Stadt Aurich Eingang finden“, teilte Heiko Schwarz für die Landschaft mit. Näheres sei erst nach Verabschiedung des Haushalts für die Stadt Ende Mai zu berichten.
Erste Vorbereitungen für den Frühling
In diesen Tagen ist der Rahester Arnold Bolhuis (71) wieder dabei, die beliebte, historische Versammlungsstätte der Friesen für Einheimische und Touristen für die Saison vorzubereiten. Er ist sozusagen der Hausmeister für den Upstalsboom und hat diesen Minijob bereits 1974 von seinem Vorgänger Dirk Lehners übernommen. Die Sperren seien für manche Rollstuhlfahrer kein Hindernis, führten nicht selten zu einigem Einfallsreichtum, machte Bolhuis bereits einige kuriose Beobachtungen.
Ein Geländer sperrt Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator von der Versammlungsstätte aus. Bild: ggm
„Rollstuhlfahrer setzen sich auf das Geländer, schieben den Rollstuhl durch die Absperrung, um dann auf der anderen Seite weiterzukommen“, sagte Bolhuis. Sei er vor Ort, schließe er für Besucher auch gerne die große Pforte zum Wäldchen auf, die sonst immer verschlossen ist.
Eigentümer des Upstalsboom ist die Landschaft
Eigentümer der Versammlungsstätte und der bewaldeten Anlagen ist die Ostfriesische Landschaft. Hier hatte Rico Mecklenburg im vergangenen Jahr angekündigt, in der Sache etwas unternehmen zu wollen. Es sei auch im Interesse der Ostfriesischen Landschaft, die Versammlungsstätte zugänglich zu machen. Angeregt hatte Hinrich Wilts (SPD) im Ortsrat Kirchdorf/Rahe/Haxtum/Extum, endlich für die Barrierefreiheit zu sorgen, damit alle Menschen den für die Friesen im Mittelalter wichtigen Versammlungsort erkunden zu können.
Der Vorfahre nahm an Versammlungen teil
Auch für Arnold Bolhuis hat der Upstalsboom eine besondere Bedeutung. Sein Vorfahre Abel Eppens war 1583 als Glaubensflüchtling aus der Provinz Groningen nach Emden gekommen, als die Spanier Holland besetzt hatten. „Er war noch bei den Versammlungen dabei. Das ist belegt“, fand der Familienforscher über seinen Vorfahren heraus, der beruflich beim Kreiswehrersatzamt tätig war. Heute finden die Versammlungen jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten statt. Zwischenzeitlich habe er nach seiner Pensionierung auch das Steinzeitgrab „Botter, Brod un Käs“ in Tannenhausen „up Stee hollen“, sagt Bolhuis. Aber es habe ihn später – wegen der eigenen Familiengeschichte – stärker zum Upstalsboom gezogen. „Das ist schon eine besondere Verbindung“, betonte der Rahester.
