Aurich - Eine berüchtigte Autofalle vor der Ostfriesischen Landschaft in Aurich soll schon im nächsten Jahr verschwinden. Erste Pläne werden bereits in dieser Woche in der Politik im Rathaus geschmiedet. Die Stadt hat dafür 200.000 Euro zur Verfügung, um den Platz neu zu gestalten. Im so genannten Workshop-Verfahren sollen in einem Wettbewerb fünf Büros für Freiraumplanung und Landschaftsarchitektur bis September ihre Pläne vorstellen. So wird auch die Verwaltung bei der Planung entlastet. In dem Verfahren bekommt jedes beteiligte Büro 2000 Euro als Honorar bezahlt, damit der Platz mit Rücksicht auf den Denkmalschutz gestaltet werden kann. Die Auricher selbst können mit abstimmen, welcher Vorschlag ausgewählt wird. Der Sieger darf seine Ideen ab dem Frühjahr 2025 umsetzen.
Zehn Jahre nach einer Lösung gesucht
Seit zehn Jahren kämpft die Stadt Aurich um eine Lösung für den zunächst als Geniestreich gefeierten, plattdeutschen Schriftzug „Oll Haven Auerk“, eingebettet in vier Wasserbecken. Das Projekt sollte vor zehn Jahren ein Hingucker für den Tourismus sein und war ein Stück weit eine Hommage an ein verlorenes Stückchen „Alt-Aurich“. Doch die Stimmung schlug schnell ins Gegenteil um, nachdem immer wieder Autofahrer beim Rangieren in den Wasserbecken auf dem Bürgermeister-Müller-Platz landeten und ihre Autos kaputt fuhren. Im Jahr 2019 wurden Bürger aufgerufen, eigene Vorschläge zur Umgestaltung zu machen. Geht es nach den Grünen im Auricher Rat, sollen genau diese Pläne jetzt auf ihre Machbarkeit hin geprüft werden, erklärt Grünenpolitikerin Gila Altmann in einem aktuellen Antrag. Die von der Verwaltung ins Spiel gebrachte Zahlung von je 2000 Euro für fünf Planungsbüros hält sie für eine „Zeit- uind Geldverschwendung“. weil solche Büros ganz andere Tagespreise nehmen.
Unfälle und Schäden am Kunstwerk
Die Hafenbecken beschäftigen die Stadt schon lange: Neben den Auto-Unfällen sind auch die verwendeten Materialien offenbar ein Problem: So platzten beispielsweise die in den Becken verwendeten Platten von den Kunstwerken mit der Zeit ab. Aber die Kritik ist geht noch weiter zurück: Richard Rokicki (AWG) hatte das Projekt von Anfang an abgelehnt, wollte später die vier Becken vollständig verfüllen lassen. Aber das war aus urheberrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Mit der Landschaftsbaufirma Boymann aus Glandorf und dem Landschaftsarchitekten Jörg Michel einigte sich die Stadt zuletzt auf einen außergerichtlichen Vergleich, der eine Zahlung von 275.000 Euro zur freien Verwendung vorsah, wobei die seinerzeit vom Land gezahlten Fördermittel abgezogen sind.
