Seit 2016 ist die Firma Northbound am Badesee Tannenhausen. Angefangen hat alles mit Sportangeboten, wie Wasserski oder Wakeboard fahren. Mittlerweile hat das Unternehmen mit der dazugehörigen Strandbar den größten Außengastronomiebetrieb mit über 700 Sitzplätzen am Badesee aufgebaut. Im Interview erklärt Geschäftsführer Julian Berg, warum Diversität das Stichwort ist und er gut findet, dass Northbund nicht die einzigen Unternehmen am Badesee sind.

Herr Berg, Sie sind noch kein Jahrzehnt am Badesee, wie werden ihre Angebote angenommen?

Julian BergWir haben ja eine kurze, dafür aber intensive Saison. In Ostfriesland sind die Sommer recht kurz, und das Wetter ist unsere größte Chance und das größte Risiko. Aber ich kann mich nicht beklagen. Bisher ist es jedes Jahr gut und es wird immer besser angenommen. Es ist aber auch ein gutes Konzept aus Gastronomie und Aktion – das hat gute Synergieeffekte.

Trotz des Meeres vor der Tür?

BergGerade weil das Meer vor der Tür ist. Wir profitieren immens von der Nähe zu den Küsten und den touristischen Hotspots. Ich denke, es ist eine gute Sache, wenn es viele Angebote in einer Region und auch an einem Standort gibt – die befruchten sich gegenseitig. Der Kunde hat ein breites Angebot, das den Standort belebt und in der Gesamtheit die Leute anzieht.

Ihr habt Euch mit vielen verschiedenen Angeboten am Badesee aufgestellt. Ist das heutzutage der beste Weg, um sich wirtschaftlich auf Dauer zu halten?

BergJa, definitiv. Sich divers aufzustellen und verschiedene Alters- und Interessensgruppen anzusprechen, ist wichtig. Durch den neuen Aquapark haben wir zum Beispiel eine ganz andere Gruppe gewinnen können, die nicht so sportlich ist, aber trotzdem unterhalten werden will. Wir haben die vielen Angebote im Gastronomiebereich, Events, Geburtstage, Junggesellenabschiede, Konzerte, Familienfeste – es ist gut, sich da keiner Anfrage zu verwehren. Man muss einfach ein gutes Portfolio stricken, sodass die Leute Lust haben, länger als ein paar Stunden zu bleiben oder immer wieder kommen. Ich denke, das ist der beste Weg, um sich wirtschaftlich in stabilem Fahrwasser zu bewegen.

In der Strandbar gibt es etwa 700 Plätze. Laut eigenen Aussagen hat das Unternehmen damit die größte Außengastronomie in Ostfriesland. Bild: Pia Miranda

In der Strandbar gibt es etwa 700 Plätze. Laut eigenen Aussagen hat das Unternehmen damit die größte Außengastronomie in Ostfriesland. Bild: Pia Miranda

Wie viele Mitarbeiter braucht man denn, um so ein großes Angebot abdecken zu können?

BergIn der Hauptsaison, in der wir uns ja gerade befinden, haben wir 13 Vollzeitstellen und 65 Aushilfen im Zwei-Schichtsystem. Das ist schon ein großer Personalpool, den wir benötigen, um an allen Stellen gut aufgestellt zu sein.

Was passiert mit den Mitarbeitern, wenn keine Hauptsaison oder Winter ist?

BergDas Kernteam nehmen wir für die Planung und Vorbereitung der nächsten Saison mit durch den Winter. Unser Aushilfen gehen wieder studieren oder zur Schule, sind im Ausland oder gehen Ihrem Hauptberuf nach. Viele kommen in der nächsten Saison dann wieder zurück zu uns.

Wie ist die Rückmeldung von euren Kunden und wer sind diese überhaupt – Touristen oder Einheimische?

BergIch würde sagen, dass wir durch Aurich als Einzugsgebiet das Glück haben, dass auch viele Menschen vor Ort das Angebot wahrnehmen. Aber auch Leute aus Emden, Leer, Wittmund, Esens kommen her. Hier ist vor allem der Faktor „Urlaub zuhause“ wichtig. Ich höre oft von Gästen, dass sie sagen: Wenn wir einen Tag Urlaub brauchen, müssen wir nicht lang fahren. Und natürlich profitieren wir auch von dem Zulauf von Urlaubern aus der Region. Was das Feedback angeht: Das ist durchweg positiv. Der Badesee bietet aber auch ein kompaktes Angebot für jedermann. Dazu kommt, dass es keine Ebbe und Flut gibt, also ist das Wasser immer da.

Wenn man nicht die sportlichste Person ist, könnte man dennoch Respekt vor dem Aquapark haben. Haben Sie einen Tipp, wie man am unbeschadesten durch kommt?

BergDas Beste ist es, wenn man sich vorher etwas warm macht und stretcht – mit kalten Muskeln ist das generell nie eine gute Idee. Ansonsten gibt es Hindernisse mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, die es zu überwinden gilt. Und wenn man doch fällt, dann wenigstens nur ins Wasser.

Pia Miranda
Pia Miranda Redaktion Wittmund