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„Buchenhof“ in Dornum Verstoß gegen Auflagen im Testament? Bürgerbeteiligung auf der Kippe

Die Gemeinde Dornum erhofft sich rege Beteiligung bei der Bürgerbeteiligung am Freitag. Vor dem Buchenhof wurde bereits ein Banner aufgehangen. Die Veranstaltung könnte allerdings ins Wasser fallen.

Die Gemeinde Dornum erhofft sich rege Beteiligung bei der Bürgerbeteiligung am Freitag. Vor dem Buchenhof wurde bereits ein Banner aufgehangen. Die Veranstaltung könnte allerdings ins Wasser fallen.

Larissa Siebolds

Dornum - Das Projekt Buchenhof soll in die nächste Runde gehen. Am Freitag, 16. Juni, können sich interessierte Bürger von 15 bis 21 Uhr den alten Gulfhof in Westeraccum anschauen und ihre Ideen teilen. Allerdings steht das Treffen möglicherweise auf der Kippe: Die Testamentsvollstreckerin Ingrid Backenhaus fordert in einem Schreiben nämlich Antworten von Bürgermeister Uwe Trännapp und der Gemeinde.

Vorwürfe gegen Gemeinde

Sie vermutet, dass die Gemeinde dem letzten Willen von Erblasser Onnen nicht nachkomme und gegen das Testament verstoße – dies werde jetzt durch einen Anwalt geprüft. Das Testament veröffentlichen dürfe sie nicht, so Backenhaus. Konkret gehe es um etwa 24 000 Euro Pacht: „Im Testament ist festgehalten, dass die Pachteinnahmen zur Instandhaltung des Buchenhofs verwendet werden sollen. Die Gemeinde hat bisher viermal Pacht erhalten, ich habe aber nicht gesehen, dass dort etwas ausgetauscht wurde. Ich frage mich nun, wo das Geld geblieben ist“, erklärt Backenhaus auf Nachfrage. Man warte nun auf Antwort vom Anwalt.

Bürgerbeteiligung

In dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, fordert sie den Bürgermeister um eine „detaillierte Aufstellung, wofür dieses Geld ausgegeben wurde“ und stellt ein Ultimatum: Sollte sie bis Mittwoch, 14. Juni, keine Antwort bekommen, behalte sie sich rechtliche Schritte vor. Es sei nicht auszuschließen, dass dann auch das Treffen am Freitag abgesagt werden muss, heißt es. Uwe Trännapp erklärt auf Nachfrage: „Das Schreiben liegt vor. Mit der Testamentvollstreckerin werden wir Kontakt aufnehmen." Darüber hinaus wollte man im Rathaus keine Stellung zu dem Thema beziehen, an dem Termin halte man aber fest.

Planmäßig wird der DRK-Ortsverein Dornum die Veranstaltung begleiten, erklärt Trännapp. „Ich hoffe, es kommen viele Besucher – wir haben auch Vereine angeschrieben und eingeladen.“ Zusätzlich habe man durch Banner auf die Bürgerbeteiligung aufmerksam gemacht. Geplant ist ein Rundgang über das Areal, das von Konrad Johann Onnen an die Gemeinde vererbt wurde. Bürger sollen auch die Möglichkeit bekommen, auf Karten ihre Ideen für den alten Gulfhof festzuhalten. „Die Karten werden dann am Ende gesammelt und ausgewertet.“ Ob die Vorschläge am Abschluss-Wochenende vom 21. bis 23. Juli öffentlich präsentiert werden, sei noch nicht klar. Klar ist, dass auch nach dem 16. Juni Vorschläge eingereicht werden können. Trännapp: „Bürger, denen auch nach dem Termin noch etwas einfällt, können ihre Konzepte auch per Mail oder Post zukommen lassen.“

Konzept liegt nicht vor

Einige Vorschläge gibt es bereits, erklärt der Bürgermeister – in Stein sei aber noch nichts gemeißelt, betont er. Nachdem sich einige Bürger auf Facebook beschwert haben, dass bereits intern ein Konzept verabschiedet worden sein soll, hat sich vor rund drei Wochen der Förderverein „Kultur-Gut Buchenhof“ gegründet. Dieser möchte sich unter anderem für mehr Transparenz bei der Neugestaltungen des Hofes einsetzen.

Uwe Trännapp beteuert jedoch, dass noch kein abschließendes Konzept vorliegt. „Sonst bräuchten wir uns die Mühe nicht zu machen. Bisher waren es nur Vorschläge.“ Er fände es schade, wenn dieses Projekt im Internet „kaputtgemacht“ würde, so der Bürgermeister. „Es ist für Dornum ein hohes Gut, von Onnen den Buchenhof geerbt zu haben.“

Von der Gründung des Fördervereins habe er zwar gehört, allerdings habe der Verein keinen Kontakt mit der Gemeinde aufgenommen.

Larissa Siebolds
Larissa Siebolds Redaktion Wittmund
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