Wiesmoor - Ein Plastikbaum zu Weihnachten – das ist für Familie Janßen aus Wiesmoor keine Option. „Eine echte Tanne duftet so schön“, schwärmt Carolin Janßen. Sie und ihr Mann Rainer Janßen verkaufen durchschnittlich 800 Weihnachtsbäume im Dezember. „Wir haben viele Stammkunden, die immer wieder kommen“, erzählt Rainer Janßen, der seit mehr als 20 Jahren mit Tannenbäumen handelt. Zuerst gab es die Tannen am Rotenburger Weg, mittlerweile hat die Familie eine Verkaufsfläche im Gewerbegebiet am Dobben in Wiesmoor.
Tannen nach Bedarf
Von drei Baumschulen aus der Region bezieht das Ehepaar die Nadelbäume. „So haben wir eine Auswahl an unterschiedlichen Tannen“, erklärt Rainer Janßen. Denn unter den Nordmanntannen, die besonders gerne als Weihnachtsbaum gekauft werden, gebe es unterschiedlichen Sorten. „Einige sind dick und haben viele Äste, andere sind schmal.“
Alle Bäume wählen Rainer Janßen und seine Frau samt den drei Kindern selbst aus und holen sie auch ab – je nach Bedarf. „Dann haben wir immer wieder frisch geschlagene Bäume.“ Von Importen hält Familie Janßen hingegen nichts. „Die Qualität ist nicht so gut“, erklärt Janßen. Den Tannenbaumhandel betreibt die Familie im Nebenerwerb. „Es macht uns einfach Spaß“, sagt Janßen. Vor allem Gespräche mit den Kunden liebe er. „Ich schnacke gerne“, sagt er und grinst. Als besonderen Service bringt er den Kunden den Baum nach Hause. „Älteren Menschen helfe ich manchmal auch, den Baum in den Ständer zu bekommen.“
Echte Weihnachtsbäume liegen in der Ökobilanz vor Plastiktannen. Studien zeigen, dass künstliche Tannen – je nach Herstellung und Produktionsland – 17 bis 20 Jahre aufgestellt werden müssen, bis sie sich ökologisch amortisiert haben. Nach Angaben des Verbandes natürlicher Weihnachtsbaum (VNWB) haben Plastikbäume – vor allem im Niedrigpreissegment – jedoch nur eine Lebensdauer von wenigen Jahren, bevor sie weggeworfen werden.
Künstliche Weihnachtsbäume bestehen aus Verbundstoffen, die sich wirtschaftlich kaum trennen lassen, so der VNWB. So stellt die geringe Recyclingquote von Plastik ein zusätzliches Problem dar. Im Gegensatz dazu können Naturbäume problemlos kompostiert, energetisch genutzt oder für Heimwerkarbeiten verwendet werden.
Absatz ist stabil
Die Preise für Tannenbäume seien in seinen Augen in vergangenen Jahren etwas gestiegen. Dass weniger Naturbäume gekauft werden, weil als Alternative Plastikbäume gekauft werden, habe Rainer Janßen nicht gemerkt. Der Absatz sei bei ihm stabil geblieben. „Es gibt zwar immer Leute, die auf die künstlichen Bäume schwören, aber das kann man nicht mit einer echten Tanne vergleichen. Und ein Baum mit einem Ballen kann man später im Garten einpflanzen“, legt Janßen dar, dessen Ziel es ist, auch noch die nächsten 20 Jahre Naturbäume zu verkaufen. Sein ältester Sohn (9 Jahre) helfe schon jetzt tatkräftig und auch die anderen beiden Kinder seien beim Tannenverkauf mit dabei.
Ihren eigenen Weihnachtsbaum hat die Familie schon seit Beginn der Adventszeit stehen. „Wir machen das immer gleich zu Anfang, damit wir auch lange was von dem geschmückten Weihnachtsbaum haben und weil es später zu stressig wird“, sagt Carolin Janßen. Denn bis einschließlich Heiligabend verkauft die Familie Weihnachtsbäume. „Es sind in den Vorjahren tatsächlich noch vereinzelt Kunden an Heiligabend gekommen, um einen Baum zu holen. Heiligabend sind wir aber nur bis 12 Uhr und nicht mehr bis 18 Uhr da.“ Denn ab mittags wird bei Familie Janßen Weihnachten gefeiert – mit ihrer geschmückten Naturtanne.
