Ostfriesland - Bei einem Blick auf die täglichen Corona-Zahlen des RKI wird klar: Das Infektionsgeschehen nimmt wieder zu – trotz Sommer, trotz Impfungen, trotz vieler Infektionen im Frühjahr. Der Grund: Die neue Omikron-Variante BA.5 ist auf dem Vormarsch, die deutlich ansteckender sein soll, als ihre ohnehin sehr verbreitungsfreudige Ur-Omikron Variante. Die steigenden Zahlen sind auch in Ostfriesland zu beobachten.
Aktuelle Zahlen in Ostfriesland
Die Zahl der positiven Befunde ist im Kreis Aurich nahezu kontinuierlich angestiegen. Grafik: Landkreis Aurich
Auf Nachfrage unserer Redaktion beim Landkreis Leer heißt es, dass „wir einen deutlichen Anstieg der Infektionsfälle seit der 19. Kalenderwoche sehen“. Das führe man auf die Varianten BA.4 und BA.5 sowie der deutlich verminderten Nutzung von Masken im Alltag zurück. „Wir beobachten derzeit keine Unterschiede im Krankheitsverlauf der Fälle“, heißt es weiter.
Neben Impfungen in Arztpraxen gibt es auch andere offizielle Angebote.
In Aurich sind Impfungen unter anderem noch im EEZ möglich. Weitere Impfmöglichkeiten im Kreis Aurich finden Sie hier. Wo im Kreis Tests angeboten werden, finden Sie hier.
Im Kreis Leer sind noch drei mobile Impfteams im Einsatz. HIER finden Sie die nächsten Impftermine. Informationen zu Testmöglichkeiten gibt es HIER.
Die Stadt Leer teilt auf Nachfrage mit, dass man zur Eindämmung der Corona-Sommerwelle an die für Niedersachsen beschlossenen Corona-Regeln halte. „Die Stadt Leer beobachtet sehr genau die jeweilige Lage sowie die Mitteilungen des Landes und befindet sich im stetigen Austausch mit dem Landkreis Leer“, heißt es weiter. Zudem werde die aktuelle Situation regelmäßig im städtischen Krisenstab bewertet. Die Einflussnahme der Stadt Leer ist jedoch auf kommunale Einrichtungen und Gebäude beschränkt. Sollte die Stadt Leer in eigenen Gebäuden Handlungsbedarf sehen, werde dies „kurzfristig in Absprache mit dem Betriebsarzt und der Fachkraft für Arbeitssicherheit“ umgesetzt.
In den hiesigen Kliniken, im Borromäus Hospital und im Klinikum Leer, gibt es bislang noch keine angespannte Corona-Situation.
Aurichs Kreissprecher Rainer Müller Gummels berichtet: „Auch im Landkreis Aurich ist der Beginn einer Corona-Sommerwelle durchaus spürbar. So ist die Zahl der positiven Befunde in den vergangenen Tagen nahezu kontinuierlich angestiegen.“ Zwar ist die Zahl der aktuell Infizierten im vergleich zu April deutlich geringer, jedoch hat sich die Zahl in den vergangenen zehn Tagen mehr als verdoppelt und beträgt nun 2008 (+348 im Tagesvergleich).
Maskentragen gegen Sommerwelle
Eine bekannte Möglichkeit, um einer Ansteckung in der Sommerwelle entgegenzuwirken, ist immer noch die Maske. Darauf weist auch der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach regemäßig hin.
Beschränkungen oder die Maskenpflicht gibt es jedoch in vielen Bereichen nicht mehr. So spielte Corona bei der Veranstaltungsplanung der Auricher Stadtnacht zum Beispiel keine Rolle mehr, sagten die Veranstalter und Beteiligten in dieser Woche, zu denen auch die Stadt Aurich gehört.
Belastung der Gesundheitsämter steigt
In Folge des Wiederanstiegs der Corona-Zahlen ist auch die Belastung für die Gesundheitsämter erneut gewachsen. Im Landkreis Aurich sei der Arbeitsaufwand noch gut zu bewältigen. „Vorausgesetzt es treten keine Personalausfälle ein“, sagt Sprecher Müller-Gummels. Aktuell sind 21 Mitarbeiter im Bereich Corona tätig.
Impfungen
Jedoch werden Fragen laut, wo Impfwillige für die erste, zweite, Booster oder vierte Impfung hingehen können. Der Kreis Aurich organisiert zum Beispiel immer noch Impf-Aktionen auf den Wochenmärkten. Zudem sind Impfungen weiterhin im EEZ in Aurich möglich – jedoch nur noch bis Ende Juni, da dann der Mietvertrag mit der Gemeinde ausläuft und diese das EEZ wieder anderweitig nutzt. „Die Suche nach neuen Räumlichkeiten ist noch nicht abgeschlossen“, sagt Rainer Müller-Gummels.
Aktuelle Zahl der Patienten höher als der Durchschnitt
Auch die Kliniken der Trägergesellschaft vermelden eine steigende Zahl von Patienten – allerdings schwanken die Zahlen, sodass kein klarer Trend erkennbar sei, wie Annika Weigelt, Sprecherin der Trägergesellschaft deutlich macht. Aktuell sind in den Kliniken in Aurich, Emden und Norden 20 Patienten mit Corona in Behandlung. Keiner von ihnen befindet sich auf eine Intensivstation. Der bisherige Monatsdurchschnitt von Patienten liegt bei 13, weshalb der aktuelle Wert aber schon deutlich höher ausfällt. Sollte es aber wirklich zu einer neuen Corona-Welle kommen, sehen sich die Kliniken der Trägergesellschaft, aufgrund der bereits voran gegangenen Wellen, gut vorbereitet. „Der häuserübergreifende Krisenstab beobachtet die Situation fortlaufend und kann unmittelbar reagieren, sollte es erforderlich werden“, stellt Weigelt klar.


