Aurich - Nachdem Russland in die Ukraine einmarschiert war, gab es europaweite Störungen bei Satelliten. Davon betroffen war und ist auch Enercon. Nun ist klar: Es war eine Cyber-Attacke. Jedoch richtete sich diese nicht gegen das Auricher Unternehmen oder andere Firmen. Wie Enerconsprecher Felix Rehwald im Gespräch mitteilt, gehen IT-Sicherheitsexperten und das Unternehmen „davon aus, dass wir beziehungsweise unsere Kunden nicht direktes Angriffsziel waren. Es scheint so zu sein, dass der Ausfall der Satellitenkommunikation zu den Anlagen eine Art ,Kollateralschaden’ war.“ Das eigentliche Ziel soll das ukrainische Internet gewesen sein.
85 Prozent noch nicht wieder angeschlossen
Bei Enercon waren etwa 5800 Windräder betroffen, und das Unternehmen arbeite mit seinen Partnern unter Hochdruck an der Problemlösung. In diesem Zusammenhang „haben wir den Austausch der bei der Cyber-Attacke beschädigten Hardware gestartet. Wir hatten uns ein erstes größeres Kontingent an SAT-Modems für unsere Kunden gesichert, um schnell und unkompliziert mit der Tauschaktion loslegen zu können.“
Mittlerweile sind auf diese Weise etwa 15 Prozent der betroffenen Anlagen wieder an die Satellitenkommunikation angebunden. Das bedeutet: Die Fernüberwachung und die -steuerung dieser Anlagen ist wieder möglich. Strom lieferten die Anlagen zu jeder Zeit.
Verbindung zu Windparks über LTE
Bei weiteren Windparks wurde die Kommunikation alternativ über LTE/Mobilfunk wieder hergestellt. Dennoch werde es dauern, bis alle Anlagen mit neuen Modems ausgerüstet und wieder angebunden sind. Dies, so Rehwald, liege vor allem an Lieferengpässen in der Branche. „Nicht nur wir sind betroffen, sondern viele Nutzer und Branchen.“ Rehwald geht deswegen davon aus, dass es noch einige Wochen dauern kann.
