Landkreis Aurich - Die energetische Erneuerung der Auricher Kreisverwaltung soll von Fördermitteln abhängig gemacht werden. Das machte die Verwaltung am Montag im Finanzausschuss deutlich. Dort hatten die Grünen einen Antrag gestellt, den Kostenbedarf für die Maßnahme zu ermitteln, um die Mittel schon beantragen zu können. Die Bauzeit und Nutzung der Büros müsse durch ein Planungsbüro ermittelt werden, erinnerte Gila Altmann (Grüne) an „explodierende Energiekosten und die CO2-Reduzierung“. Landrat Olaf Meinen (parteilos) sieht keinen Handlungsbedarf. „Es macht wenig Sinn, wenn wir noch nicht wissen, wie die Dämmung aussehen soll oder die Förderung aussieht“, so Meinen. Auch Planungskosten seien förderfähig. „Wir würden Geld verbrennen“, gab der Landrat zu bedenken. Altmann hielt dagegen, dass es darum gehe, im ersten Schritt Schwachstellen zu ermitteln. Baudezernent Eiko Ahten erklärte, dieser Schritt sei schon erfolgt. Doch die veranschlagten zehn Millionen Euro müssten nach zwei Jahren „deutlich nach oben korrigiert werden“.
Mindestens zehn Millionen Euro
Auf mindestens zehn Millionen Euro hat die Kreisverwaltung für die Erneuerung der Fassade des im Jahr 1983 errichteten Verwaltungsbaus beziffert. Hier sollen vor allem Fördergelder des Bundes oder Landes für den Klimaschutz eingefordert werden. Bevor die Höhe dieser Gelder nicht bekannt sind, will die Verwaltung die Füße still halten.
Der Eingang zum Straßenverkehrsamt soll ebenfalls dringend saniert werden. Bild: Günther Gerhard Meyer
Landrat Meinen rechnete noch im November mit bis zu 95 Prozent der Kosten. Bodo Bargmann (CDU) warnte davor, nur das Kreisgebäude allein zu betrachten, sondern alle Immobilien. „Es gibt Gebäude, die erheblich schlechter gestellt sind. Das Verwaltungsgebäude steht nicht an erster Stelle.“
Das Innere des Kreishauses ist schon saniert
In den Jahren von 2012 bis 2018 wurden bereits Sanierungen im Innern des Kreishauses an Decken, Beleuchtung und Brandschutz vorgenommen. 300.000 Euro flossen an der Sonnenseite in die Außenbeschattung des Gebäudes mit der gläsernen Fassade, weil im Hitzesommer 2018 in manchen Büros nach der Mittagspause an eine Arbeit nicht zu denken war. Nun sollten nach Meinung der Grünen im Kreishaushalt für 2023 veranschlagte 550.000 Euro für die Bedarfsplanung zur Verfügung stehen.
Die Zugänge zur Verwaltung stehen in der Kritik
Erneuert werden soll auch das Foyer des Kreishauses im Bereich der Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamtes, hier ebenfalls nach der Sanierung der Fassade. Ebenso in der Kritik steht der Zugang zur Kreisverwaltung über den Eingang des CARO, vorbei an einem Imbissstand. Der Geruch ziehe auch in das Foyer des Kreishauses, hieß es. „Das war für die Grünen schon damals ein Ärgernis. Wir haben uns dagegen gewandt“, so Altmann. Edgar Weiss (Freie Wähler) bezeichnete den Zugang als „unwürdig“. Für 2022 war noch im November ein neuer Zugang in Gespräch gebracht worden. An dieser Situation soll jedoch nach Meinung der Grünen vorerst nicht gerüttelt werden, weil der Kreistag diese Gestaltung erst vor wenigen Jahren beschlossen hat. Die Fassade habe Priorität, wobei zu klären sei, für welchen Teil der Fassade der Landkreis Aurich sowie der Eigentümer des CARO zuständig ist. „Wir müssen über eine Kostenteilung und Gestaltung nachdenken“, sagte Altmann.
