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Umweltpolitik in Aurich Empörung – Ratsmehrheit verzichtet auf Rat von Klimaexperten

Tagte im Energie- und Erlebniszentrum in Sandhorst: der Umweltausschuss im Auricher Stadtrat.

Tagte im Energie- und Erlebniszentrum in Sandhorst: der Umweltausschuss im Auricher Stadtrat.

ggm

Aurich - Der Auricher Rat will auf die professionelle Beratung des Umwelt-Experten Rolf Runge verzichten. SPD und CDU sehen hier keine Notwendigkeit. Manfred Möhlmann (CDU) erklärte, der Rat könne sich hier auf die Kompetenzen der Auricher Stadtverwaltung verlassen. Ähnlich sieht das Erika Biermann (SPD), die keine Notwendigkeit für eine zusätzliche Beratung im Fachausschuss sieht. Aus den Fraktionen gab es dafür Kritik, weil angesichts des Klimawandels viele wichtige Entscheidungen anstehen. Ausschussvorsitzemder Peter Specken (Grüne) warf CDU und SPD „Ignoranz“ vor, ein solches Mandat abzulehnen. „Ich schäme mich, diesem Ausschuss vorzusitzen“, sagte Specken. „Was hier passiert, ist ein umweltpolitischer Skandal“, schimpfte der Grünen-Politker.

„Entscheidungen auf neutraler Basis treffen“

Möhlmann hob hervor, der Rat müsse sich bei seinen Entscheidungen auf neutrale Informationen stützen. Da hätten „Wir haben die fachliche Kompetenz in der Verwaltung“, so Möhlmann. Man dürfe bei Gruppen und Initiativen von außen, „keine Begehrlichkeiten wecken“, sagte der CDU-Ratsherr.

Experte in  Umweltfragen: Rolf Runge

Experte in Umweltfragen: Rolf Runge

Archiv ggm

Das wollte Reinhold Mohr (Grüne) nicht einfach stehen lassen, weil es in anderen Fachausschüssen ebenfalls beratende Mitglieder gebe. Im Finanzausschuss des Rates sei ein Mitglied des Auricher Kaufmännischen Vereins, das beratend Einfluss nehme. Im Umweltausschuss verlasse man sich auf das Know How des Fahrradbeauftragten Frank Patschke, Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) „Und das vielfältige und schwierige Thema Umwelt und Klima ist extrem wichtig“, gab Mohr zu bedenken. „Wir können hier nicht genug Sachverstand haben“, so Mohr.

BUND und Nabu stellten Antrag auf Beratung für die Politik

Die Umweltorganisationen BUND und Nabu hatten im Auricher Fachausschuss den Antrag gestellt, Runge als Berater in den Umwelt- und Klimaausschuss zu entsenden, um der Politik in kniffligen Fragen eine Antwort auf Fragen zu geben. „Es geht darum, den Draht zur Politik zu haben. Den Verbänden eine Stimme zu geben“, sagte Runge. Vor allem das Artensterben liege ihm am Herzen, so Runge. Gehört wird der pensionierte Lehrer, der seit 30 Jahren führendes Mitglied des BUND-Ostfriesland ist, bereits im Umweltausschuss des Auricher Kreistages. Außerdem wird seine Erfahrung auch auf Landesebene im BUND genutzt. Runge ist außerdem Mitglied im Arbeitskreis Landwirtschaft und Naturschutz.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich
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