Aurich - Für das Fahrrad gibt es in der Auricher Innenstadt durchaus Grenzen. Das machte Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) am Rande der Messe „Wohnforum“ deutlich. Das Thema Fahrrad erfahre in Aurich eine große Beachtung, auch in der Politik, auch wenn verkehrlich nicht immer alle Wünsche bedient werden könnten. „Es muss in der Kernstadt auch machbar sein“, gab Feddermann zu bedenken. Denn die Kernstadt sei im Grunde auf eine kleine Fläche beschränkt, sagte er. „Und wir sind eine Durchgangsstadt zur Küste, nach Leer oder nach Wilhelmshaven ohne eine Umgehungsstraße“, betonte er. Ein Fahrradverkehr müsse im Grunde abseits der Bundesstraßen geplant werden. Hier bekomme auch das E-Bike für Arbeitnehmer eine besondere Bedeutung.
Die erste von fünf Radfahrstraßen ist ausgewiesen, aber zu oft bekommen Autofahrer noch Vorrang. Bild: Archiv
Um das Fahrrad für die Fahrt zu Arbeit attraktiver zu machen, bietet die Stadt ihren Mitarbeitern beispielsweise an, sich im Auricher Freizeitbad „De Baalje“ zu erfrischen, um sich „nicht völlig verschwitzt“ an den Arbeitsplatz setzen zu müssen. „Wir haben eine Kooperation, aber das Angebot könnte noch besser angenommen werden“, sagte Feddermann.
Masterplan Radverkehr sieht zwölf Radfahrstraßen vor
Bereits ausgewiesen hat die Stadt über einen Masterplan Radfahrverkehr 2030 eine von fünf Fahrradstraßen im Grünen Weg in Aurich. Tatsächlich sind sogar zwölf Fahrradstraßen anvisiert. Aber auch hier kommt es weiter zu Ärger, weil die Straße immer noch für den Innenstadtverkehr eine wichtige Bedeutung hat. Außerdem wird er zu oft als Schleichweg zwischen den Hauptverkehrsadern durch den Stadtkern missbraucht.
Viele Zuständigkeiten erschweren Planungen
Und dann sind da die verschiedenen Zuständigkeiten durch die Stadt-, Kreis- und Landesbehörden, die eine einheitliche Strategie für Fahrradweg erschweren. Ein ständiger Beobachter der Situation ist die Initiative für „Lebensqualität und Mobilität für Aurich“ (LuMA), einem Zusammenschluss von Umwelt- und Verkehrsverbänden in Ostfriesland, die bei Straßenbauprojekten immer wieder den Finger in die Wunde legt. Hier wird von dem Sprecher Albert Herresthal noch viel mehr der Fokus auf den Radverkehr gefordert, wie zuletzt bei der Gestaltung der Innenstadtkreuzung Julianenburger Weg/Kirchdorfer Straße. Herresthal sieht in Aurich die Gefahr, dass bezüglich einer Verkehrswende „wichtige Entwicklungen verschlafen“ werden könnten. Das Auto werde bei Planungen immer noch bevorzugt behandelt.
1. Ostfriesischer Fahrradtag ist im Mai in Planung
Das Fahrrad indessen wird vor allem in Ostfriesen als wichtiges Verkehrsmittel gesehen. Der Verein „Ostfriesland fährt Rad“ plant für Sonntag, 15. Mai, den 1. Ostfriesischen Fahrradtag mit rund 30 Ausstellern auf dem Auricher Marktplatz unter der Schirmherrschaft von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). Vorsitzende Antje Gronewold will damit die Kräfte in der Region für das Fahrradfahren bündeln. Auf der Homepage des Vereins wird einmal mehr der Zustand des Ostfriesland-Wanderwegs auf der ehemaligen Kleinbahnstrecke durch die Region dokumentiert.
