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Norddeutsches "Game of Thrones"? Böhmermann und Schulz entwickeln Serie über ostfriesische Häuptlinge

Jan Böhmermann (l), Moderator, und Olli Schulz, Musiker und Moderator, stehen auf der Elektronikmesse IFA zur Aufnahme ihres Podcast

Jan Böhmermann (l), Moderator, und Olli Schulz, Musiker und Moderator, stehen auf der Elektronikmesse IFA zur Aufnahme ihres Podcast "Fest und Flauschig" auf der Bühne. In einer ihrer neuesten Folgen sprechen sie über die ostfriesischen Häuptlinge und entwickeln eine Idee.

dpa/Henning Kaiser

Ostfriesland - Die beiden gebürtigen norddeutschen Entertainer Olli Schulz und Jan Böhmermann träumen in der Folge „Erbse trifft Hafer“ ihres gemeinsamen Podcasts „Fest und Flauschig“ von einer Serie über die Geschichte Ostfrieslands mit seinen Häuptlingsfamilien.

Kein Jadebusen, sondern „Jadepimmel“

Ein Zuhörer sendete Schulz den Link zur Wikipedia-Seite der ostfriesischen Häuptlinge und löste bei den beiden Moderatoren ein wahres Brainstorming aus. Schulz bezeichnet in der Podcast-Folge eine mögliche Serie als das „Games Of Thrones in Norddeutschland“ und ist hellauf begeistert von der Serien-Idee. Zusammen durchstöbert er mit Böhmermann die Wikipedia-Seite der ostfriesischen Häuptlinge und bemerkt dabei, dass der Verlauf der Nordseeküste im 13. Jahrhundert ganz anderer war. „Der Jadebusen war damals noch kein Jadebusen, sondern eher ein Jadepimmel“, stellt Böhmermann lachend fest. Und auch die Namen der damaligen Häuptlingsfamilien bringen die beiden zum Lachen. „Es klingt alles wie eine Geschichte von Otto“, bemerkt der ZDF Magazin Royale-Moderator amüsiert.

Geschichte der Ostfriesischen Häuptlinge

In Ostfriesland bestand bereits im 12. und 13. Jahrhundert keine zentrale Herrschaft. Mächtige, reiche Familien hatten die wichtigen Positionen in der Region inne. Durch Hungersnöte, den Ausbruch der Pest und Sturmfluten wurde diese gesellschaftliche Struktur immer deutlicher und die Macht der Reichen stärker. Im Laufe des 14. Jahrhunderts kristallisierte sich dann immer stärker ein Häuptlingswesen heraus, bis Mitte des 14. Jahrhunderts auch der Begriff „Häuptling“ als Standesbezeichnung eingeführt wurde. Unter den Häuptlingsfamilien kam es immer wieder zu Machtkämpfen und Fehden, bei denen sich die Besitzverhältnisse immer wieder änderten und Burgen und Gebäude auch errichtet und wieder zerstört wurden. Mitte des 15. Jahrhunderts fand das Häuptlingswesen durch Aufstände der Bauern und dem Druck der Hanse ein Ende.

Hannes Jaenicke und Klaas Heufer-Umlauf als ostfriesische Häuptlinge

„Ich seh’ bei den Namen und der Geschichte sofort die alten Schauspieler nochmal“, erklärt Schulz, während er den Wikipedia-Eintrag vorliest. Böhmermann und Schulz kommen sofort Ideen, nämlich Schauspieler Hannes Jaenicke, Armin Rhode oder Mario Adorf als ostfriesische Häuptlinge in der Serie einzusetzen. „Ich werde direkt erstmal Michael Bully Herbig - oder wie heißt er - informieren“, prescht Böhmermann vorweg. „Da kann man richtig viel herausholen“, ist Schulz überzeugt, will aber vor einer möglichen Verfilmung von Michael Bully Herbig ein „düsteres Original“ drehen. Sogar eine Kollaboration mit der Geschichte Störtebekers in der Serie hält Schulz für ideal und Böhmermann sieht sogleich den Entertainer und gebürtigen Oldenburger Klaas Heufer-Umlauf als ideale Besetzung für eine Häuptlingsrolle. „Er hat ja auch so einen mächtigen Bartwuchs“, meint Olli Schulz und ergänzt: „Ich sehe in zwei Jahren eine große Serie und einen großen Trailer.“

Der Podcast „Fest und Flauschig“ zählt in Deutschland zu den erfolgreichsten Podcasts und existiert bereits seit fünf Jahren. Mehr als 300 Folgen gibt es inzwischen, mit wöchentlich mehr als eine Million Hörern, laut Angaben des Streamingdienstes Spotify.

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Annika Schmidt
Annika Schmidt Online-Redaktion
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