Aurich - Wer in diesen Tagen an der Sandhorster Ehe spazieren geht und einen toten Fisch im Wasser entdeckt, sollte erst einmal nicht erschrecken. Insgesamt 80 tote Fische sind in den vergangenen zwei Wochen bereits aus dem Gewässer zwischen Walle und Sandhorst geborgen worden. Die letzten 30 am vergangenen Wochenende. Dies bestätigte der Landkreis auf Nachfrage der Redaktion.
Die Strömung in einem bestimmten Bereich des Flusses könnte die toten Tiere zusammen an eine Stelle getrieben haben, vermuten Mitglieder des Bezirksfischereiverbands Ostfriesland (BVO). Der Entwässerungsverband und die Untere Wasserbehörde haben sich der Sache bereits angenommen. Laut Angaben des Landkreises handelt es sich bei den geborgenen Fischen vorrangig um Brassen (Kapfenfisch). Diese reagieren laut Kreis sehr empfindlich auf Sauerstoffarmut im Wasser. „Dies wird daher, unter Vorbehalt, als Ursache für das Sterben vermutet“, teilte Kreissprecher Lennart Adam mit.
Die Sandhorster Ehe fließt unter anderem durch die Auricher Stadtteile Walle und Sandhorst. Es ist ein kleiner flacher Fluss..
Viel Laub im Gewässer
Die Sandhorster Ehe ist ein kleiner Fluss, der durch die Stadtteile Sandhorst und Walle fließt. Es handelt sich um ein sehr flaches Gewässer, bei dem längere Trockenperioden zu einer Absenkung des Wasserspiegels führen und gerade jetzt im Herbst auch Laubeinlagen im Gewässer für zusätzliche Nährstoffe im Wasser sorgen. Da es in den vergangenen Wochen jedoch kein extrem heißes Wetter oder Regenfälle gegeben hat, scheinen Laubeinlagen die Ursache zu sein, vermutet der Landkreis. Das dadurch verursachte Überangebot an Nährstoffen kann zu einer Sauerstoffarmut im Wasser führen und dies wiederum zum Ersticken der Fische und im schlimmsten Falle sogar zu einem sogenannten „Umkippen“ des Gewässers.
Bei den 80 toten Fischen aus der Sandhorster Ehe handelt es sich vorrangig um Brassen (Karpfenfische).
Besserung absehbar
Der Landkreis wie auch Holger Flick, Gewässerschutzbeauftragter des BVO, sind jedoch zuversichtlich, dass sich die Situation in den kommenden Tagen durch Regenfälle verbessern wird. Durch Wind und Regen nimmt das Gewässer nämlich wieder neuen Sauerstoff auf. Von einem anhaltenden großen Fischsterben gehen beide Seiten nach eigenen Angaben nicht aus. „Die Untere Wasserbehörde wird den Bereich weiter beobachten, vorerst ist allerdings kein Eingreifen geplant“, erklärt Adam.
