Jever/Bagband - Beim Bagbander Brauer Réne Krischer kommt es aktuell auf jede Flasche an, die zurückgebracht wird. Vergangene Woche startete er einen Facebook-Aufruf, damit die Kunden die leeren Pfandflaschen und Kisten zurückbringen, denn er hat schlichtweg kein Leergut mehr. Jetzt schließt sich eine weitere Brauerei seinem Aufruf an.

Auch in Jever im Landkreis Friesland bemerken die Logistiker der Friesischen Brauerei zu Jever bereits einen deutlichen Rückgang an leeren Mehrwegflaschen. Dies teilte Julia König von der Unternehmenskommunikation der Brauerei mit. „Unsere Kollegen der Logistik haben uns am Freitag signalisiert: Auch wir spüren den schleppenden Rücklauf aus dem Mehrweg-Kreislauf. Allerdings sind wir dank eines vorausschauenden Leergut-Managements bei unseren Bieren aktuell noch nahezu vollumfänglich lieferfähig“, erklärt König.

Brauerei-Besitzer René Krischer aus Bagband gehen die leeren Flaschen beim Ostfriesen Bräu aus.

BIERBRAUER AUS BAGBAND IN NOT „Ich kann nur noch abfüllen, was an Leergut reinkommt“

Annika Schmidt
Bagband

Die Unternehmenssprecherin sieht als Grund für das aktuelle Problem im Mehrweg-Kreislauf die Weltsituation. Grundsätzlich sei eine Knappheit von Flaschen im Sommer nicht neu, doch in dem Ausmaß wie in diesem Jahr sei es etwas anders. „Diese Situation wird in diesem Jahr durch den Ukraine-Krieg weiter verschärft – Stichwort „Fahrermangel“ und „Kostenexplosion in nahezu allen Beschaffungsmärkten“, sagt König.

Die Anschaffung von neuen Flaschen für die Brauereien der Region ist zwar möglich, aber nur zu drastisch erhöhten Preisen. Bereits im Juni hatte der Geschäftsführer des Deutschen Brauer Bunds, Holger Eichele, in den Medien von einer möglichen Knappheit aufgrund des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Energiekrise gewarnt. Jetzt ist bei den kleineren Brauereien in Deutschland diese Knappheit eingetreten. Und es könnte noch schlimmer kommen. Denn die meisten Bierbrauereien sind laut Angaben des Deutschen Brauer Bundes auf Erdgas bei ihrer Produktion angewiesen. Stellt Russland die Lieferung ein oder schränkt sie stärker an, hätte das für die Bier-Produktion an sich auch immense Folgen.

Für das aktuelle Leergut-Problem sieht Julia König von der Jever Brauerei aber nur eine Lösung:„Verbraucher können mithelfen, die Flaschenversorgung der Brauereien nicht ins Stolpern kommen zu lassen, indem sie Leergut möglichst schnell wieder in den Kreislauf geben.“

Annika Schmidt
Annika Schmidt Online-Redaktion