Groß Midlum - Wenn sie von ihrer Arbeit erzählen, dann hört sich das nicht nach Arbeit an. Ihnen ist die Freude anzumerken, dass sie etwas für die Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis „so etwa“ 13 Jahren in Groß Midlum auf die Beine stellen können. Auf die Frage, wie viele denn mitmachen beim Jugendförderausschuss, sagte Edith Fuhlendorf: „Das sind wir, die glorreichen Sieben.“
Ulrike Eden, Lydia Casjens, Imke de Riese-Poets, Imke Hoffmann, Linda Davids, Melanie Freese und eben Fuhlendorf treffen sich immer wieder und denken sich neue Veranstaltungen für die Vereinskinder aus, mitunter auch für alle Kinder im Dorf. Das alles machen sie ehrenamtlich. Und damit etwas Geld in der Kasse des Jugendförderausschusses ist, basteln die Frauen auch schon mal beispielsweise für den Weihnachtsbasar und verkaufen dort die gebastelten Sachen. Dazu spenden auch einzelne Sparten etwas. „Die Darter, Skatspieler oder auch die Boulespieler haben uns schon etwas zukommen lassen“, sagte Eden.
Das ist vor allem vor dem Hintergrund wichtig, wenn der Jugendförderausschuss einmal eine Reise in den Dinopark, in den Tierpark Endelmann, ins Ökowerk oder woanders hin unternehmen möchte. „Der Bus für solche Ausflüge kostet nun einmal Geld, und für die Kinder sollen die Ausflüge ja erschwinglich bleiben“, so Eden. Manchmal ist die Unterstützung aber auch nah. Beim großen Ostereierverstecken auf dem Sportplatz spendeten die Einwohner im Dorf die Ostereier. „800 waren es beim letzten Mal, als wir das veranstalten konnten“, sagte Eden.
Sie, Lydia Casjens und Fuhlendorf sind schon am längsten im Jugendförderausschuss dabei. Wichtig ist ihnen, dass durch ihre Arbeit den Kindern und Jugendlichen etwas im Verein geboten wird, was erst einmal nichts mit Sport zu tun hat. Es geht ihnen in erster Linie um das Gemeinschaftsgefühl, um den Zusammenhalt, um den sozialen Kontakt untereinander – und vielleicht den Kontakt über die einzelnen Sparten hinaus.
Die Liste der Aktivitäten ist lang, ein besonderer Höhepunkt für Macher und Kinder ist in jedem Jahr die Halloweenparty. „Dann schmücken wir den ganzen Weg bis zur Scheune gespenstisch“, so Fuhlendorf. Und „die glorreichen Sieben“ ziehen sich auch entsprechend an (siehe Bild). Ein Höhepunkt war unter anderem auch, als Melanie Freese im ganzen Dorf Schneemannbilder verteilt hat, die die Einwohner in die Fenster geklebt haben. „Die Kinder konnten das Dorf ablaufen und die Schneemänner zählen“, sagte Freese. Am Ende wurde das Ergebnis auf einen Zettel geschrieben, mit Namen versehen und landete im Postkasten bei Edens. Die Gewinner bekamen dann eine Überraschung vom Jugendförderausschuss.
Die Corona-Pandemie hat den engagierten Frauen allerdings auch einen großen Strich durch viele Veranstaltungen gemacht. Das Ostereiersuchen müssen sie in diesem Jahr schweren Herzens zum dritten Mal in Folge absagen. Vieles ging aber auch kontaktlos, wie das Schneemannzählen oder beispielsweise die Wichtelmänneraktion im Börgtuun in Hinte (wir berichteten). Bei der Vereins-Jubiläumsfeier im Sommer ist auch schon etwas in Planung. „Verraten wird aber noch nichts“, heißt es von den Frauen. Es ist ihnen bei jedem Satz anzumerken, dass für sie diese ehrenamtliche Tätigkeit – die auf den Tag genau am 1. April jetzt seit 25 Jahren im Verein geleistet wird – keine Arbeit ist, sondern etwas, was nicht nur den Kindern und Jugendlichen viel Freude bereitet.
