Ostfriesland - Seit November gilt die neue Gebührenordnung für Tierärzte in Deutschland. Durch die Anpassung sind die Preise für viele Behandlungen und Leistungen für Tierhalter deutlich gestiegen - vor allem auch der Sonn- und Feiertags-Notdienst. Einige Tierhalter bringt das an ihre finanziellen Grenzen, die Frage, ob das eigene Haustier noch leistbar ist, ist für viele dadurch omnipräsent geworden. Auch Tierschutzorganisationen in Ostfriesland melden vermehrt Anfragen zu Kostenübernahmen. Viele Tierheime haben kaum noch Aufnahmekapazitäten. Tierarzt Hansjörg Heeren aus Ihlow empfiehlt eine Tierkrankenversicherung abzuschließen, um die Kosten für eine Tierarztbehandlung teils sogar erstattet zu bekommen. Doch auch dabei gibt es, etwas zu beachten.
Ist die Nachfrage durch die Anpassung der Gebührenordnung gestiegen ?
Die Uelzener Versicherung ist in Deutschland die erste Versicherung gewesen, die eine Tierkrankenversicherung für Hund, Katzen und Pferde entwickelte. Rund fünf Millionen Tiere sind seitdem über die Uelzener versichert worden – darunter auch zahlreiche Tiere in Ostfriesland. Mit der Einführung der neuen Gebührenordnung für Tierärzte sei nicht nur das Interesse und die Nachfrage nach einer Tierkrankenversicherung gestiegen, sondern auch die Zahl der abgeschlossenen OP- und Krankenversicherungen für Vierbeiner, berichtet Dr. Felix Garlipp von der Uelzener Versicherung. Inzwischen liegen die Abschlüsse auf einem gleichbleibend höheren Niveau als vor der Gebührenanpassung.
Welche Versicherungen sollte ein Tierhalter für sein Tier haben ?
Garlipp empfiehlt Tierhaltern vor allem, eine Tierhalterhaftpflicht zu haben. Darüber hinaus ist es durch eine OP- oder Krankenversicherung möglich, eine zusätzliche finanzielle Sicherheit zu erlangen. „Jeder Tierhalter muss dann für sich entscheiden, ob er das möglicherweise hohe finanzielle Risiko einer Operation oder Behandlung seines Tieres selbst tragen kann und möchte oder die finanzielle Sicherheit durch eine Versicherung wählt“, so Garlipp.
Welche Versicherungen gibt es und welche ist am stärksten gefragt ?
Neben einer Haftpflichtversicherung für Tiere gibt es auch eine OP-Kostenversicherung, eine Krankenversicherung und eine Unfall- und Rechtsschutzversicherung. Von diesen Versicherungen ist allerdings nur die OP- und Krankenversicherung von der Gebührenordnung abhängig. Die meist abgeschlossene Versicherung ist bei der Uelzener die Tierhalterhaftpflichtversicherung, die beliebteste Versicherung sei allerdings die OP-Versicherung.
Wie teuer ist eine Tier-Krankenversicherung ?
Die Kosten für eine normale Krankenversicherung für sein Tier variieren stark nach der Tiergattung. Eine Tierkrankenversicherung für ein Pferd ist in der Regel teurer als für eine Katze. So reicht die Kostenspanne bei der Uelzener von 25 Euro monatlich zu bis 200 Euro monatlich. „Neben der Tiergattung haben aber auch das Alter und die Rasse eines Tieres Einfluss auf die Prämie“, erklärt der Experte. Wird beispielsweise ein Pferd erst ab dem 12. Lebensjahr krankenversichert, werden nur noch 80 Prozent der Kosten übernommen.
Wie kann mit einer Tierkrankenversicherung gespart werden ?
Mit dem Abschluss einer Tierkrankenversicherung können die Kosten für eine Tierarztbehandlung oder die Arzneimittel dazu teils komplett übernommen werden. Bei einer OP-Kostenversicherung werden oft nicht nur die OP-Kosten an sich übernommen, sondern auch die Nachsorge. Dadurch kann sich ein Tierhalter nicht nur mehrere Hundert Euro, sondern sogar bis zu mehreren tausend Euro an Kosten sparen. Wichtig ist es jedoch, immer genau zu schauen, was welche Versicherung abdeckt und bis zu welchem Maße. So wird ein Aufenthalt in einer Tierklinik bei einer OP-Versicherung nicht bezahlt, wenn er nicht in einer Operation mündet. Außerdem sind nicht unbedingt alle Arten von Operationen enthalten. Es gilt also genau zu schauen, was in der jeweiligen Versicherung enthalten ist und ob die monatlichen Raten dazu in Relation stehen.
